• 450 Euro für ein Zimmer: Wohnen für Studierende in Potsdam immer teurer

450 Euro für ein Zimmer : Wohnen für Studierende in Potsdam immer teurer

Potsdam liegt laut einer neuen Studie deutlich über dem Bundesschnitt - und die Preise werden wohl weiter steigen. Bundesweiter Kosten-Spitzenreiter ist München.

Steigende Energiepreise könnten die Kosten für WG-Zimmer weiter erhöhen (Symbolbild).
Steigende Energiepreise könnten die Kosten für WG-Zimmer weiter erhöhen (Symbolbild).Foto: dpa

Potsdam - Studierende müssen in Potsdam immer mehr für das Wohnen zahlen. Die Preise für WG-Zimmer sind in den vergangenen Jahren nahezu konstant gestiegen, wie aus einer Studie des Moses Mendelssohn Instituts hervorgeht. Durchgeführt wurde sie im Auftrag des Projektentwicklers GBI und in Kooperation mit dem Portal WG-Gesucht.de.

Anfang 2022 kostete die Miete für ein Zimmer inklusive Nebenkosten demnach im Schnitt 450 Euro. Das sind 100 Euro mehr als 2013, als die Daten erstmals ausgewertet wurden. Potsdam liegt deutlich über dem Bundesschnitt von 414 Euro. Für die Studie wurden den Angaben zufolge Daten aus allen Unistädten mit mindestens 5000 Studierenden ausgewertet.

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Die Autoren diagnostizieren deutschlandweit einen Anstieg der Wohnkosten nach zwei Jahren „Corona-Stagnation“ und erwarten im Laufe des Jahres einen „weiteren deutlichen Preissprung“. Verstärkt werde das durch steigende Energiepreise. Für die Analyse werden den Angaben zufolge 23 Kriterien untersucht, von Mieten über Studierenden-Zahlen bis zur Attraktivität im Ausland.

2021 waren die Preise deutlich niedriger

Den Ausgangspunkt für die neue Entwicklung sehen die Autoren im Herbst 2021. Viele Studierende hätten sich nach langem Zögern und in letzter Sekunde für eine Bleibe am Hochschulort entschieden. „Seit Oktober traf innerhalb kürzester Zeit ein Nachfrageplus von bis zu 21 Prozent auf ein unverändert begrenztes Angebot“, erklärt Annegret Mülbaier, Sprecherin von WG-Gesucht.

In Potsdam waren die Preise 2021 deutlich niedriger – mit durchschnittlich 390 Euro statt aktuell 450 Euro. Im Jahr 2022 wird der Studie zufolge wieder das bisherige Rekordniveau von 2020 erreicht. Bundesweiter Kosten-Spitzenreiter ist München mit 680 Euro.

Die Studien-Autoren weisen darauf hin, dass bundesweit vier von fünf Studierende in Hochschulstandorten leben, in denen die Wohnkosten über der BaföG-Pauschale von 325 Euro liegen. Institutschef Brauckmann fordert „mehr günstige Angebote sowie passgenaue Unterstützung“. Ansonsten entscheide zu sehr das Elterneinkommen über Hochschulort und Arbeitsperspektiven. 

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