• 25 Jahre Mauerfall: An den Schauplätzen der friedlichen Revolution

25 Jahre Mauerfall : An den Schauplätzen der friedlichen Revolution

Alles ist erleuchtet: Der 25. Jahrestag des Mauerfalls wird in Potsdam auf dem Weberplatz, in Groß Glienicke und an der Glienicker Brücke gefeiert.

Symbol für die Einheit: Die Glienicker Brücke.Alle Bilder anzeigen
Foto: Ralf Hirschberger
22.09.2014 22:55Symbol für die Einheit: Die Glienicker Brücke.

Einnerungen an die Keimzelle der friedlichen Revolution in Potsdam, eine erneuerte Mauergedenkstätte und eine Feier an der Glienicker Brücke – Potsdam begeht das 25. Jubiläum des Mauerfalls in diesem Jahr mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen. Die Stadt wolle an all jene Orte in der Landeshauptstadt erinnern, an denen sich die friedliche Revolution „Bahn gebrochen“ habe, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) am Montag bei der Vorstellung des Programms.

Daher beginnt der Gedenk-Marathon auch nicht erst am 9. November, dem Tag des Mauerfalls, sondern bereits am 4. Oktober. An jenem Tag vor 25 Jahren hatten sich rund 3000 Potsdamer vor der Babelsberger Friedrichskirche versammelt. Das Gotteshaus und der Weberplatz waren in den Vorwendetagen das Epizentrum des friedlichen Protestes gegen das SED-Regime. Am 4. Oktober 1989 wollten sich die Bürgerrechtler vom Potsdamer Neuen Forum der Öffentlichkeit vorstellen. Die Veranstalter hatten lediglich 200 Teilnehmer erwartet – aufgrund des riesigen Andrangs musste die Veranstaltung in der Friedrichskirche dreimal wiederholt werden. Dieser Abend vor 25 Jahren sei der Auftakt für den demokratischen Aufbruch in Potsdam gewesen, sagte Brandenburgs Diktaturbeauftragte Ulrike Poppe.

Mit einer Podiumsdiskussion am 4. Oktober um 18 Uhr in der Friedrichskirche wollen die Protagonisten von damals die Erinnerung an diesen Tag und den weiteren Verlauf der friedlichen Revolution in Potsdam wiederaufleben lassen. Mit dabei sind unter anderem der damalige Pfarrer der Friedrichskirche, Stefan Flade, und der Physiker Reinhard Meinel – zwei der Hauptfiguren der Potsdamer Wendezeit. Im Anschluss an die Diskussionsrunde will das Keimzeit Akustik Quintett Songs spielen, die die Potsdamer Band in jener Zeit populär gemacht haben. Er sei damals zwar „kein politischer Mensch“ gewesen und habe auch nicht an den Demonstrationen teilgenommen, sagte Bandchef Norbert Leisegang. Er sei aber glücklich, bei der Gedenkveranstaltung dabei sein zu dürfen.

Auch am 9. November ist die Friedrichskirche Schauplatz des Mauerfall-Jubiläums: Um 10 Uhr feiern die Pfarrerin des Gotteshauses, Sabine Müller, und die Superintendentin der evangelischen Kirche in Potsdam, Heilgard Asmus, einen Gedenkgottesdienst. Im Potsdam Museum gibt es am gleichen Tag um 11 Uhr eine Gesprächsrunde mit den Potsdamer Künstlern Christian Heinze und Peter Rohn, die den Abbau der Mauer in Potsdam grafisch und fotografisch festgehalten hatten. Um 15.30 Uhr an jenem Tag eröffnet Jakobs gemeinsam mit dem Bezirksbürgermeister von Spandau, Helmut Kleebank, die neu gestaltete Mauergedenkstätte in Groß Glienicke (siehe Kasten).

Höhepunkt des Veranstaltungsreigens dürfte am 10. November um 18 Uhr die Gedenkfeier an der Glienicker Brücke sein, die die Stadtverwaltung gemeinsam mit der Fördergemeinschaft Lindenstraße 54 organisiert. Unter dem Motto „Aus dem Dunkel ins Licht: Gedenken, Erinnern, Strahlen“ soll an den 25. Jahrestag der Öffnung des Grenzübergangs an dem symbolträchtigen Bauwerk erinnert werden, das in Potsdam sowohl für die jahrzehntelange Teilung Deutschlands als auch für seine Wiedervereinigung steht. Geplant sind unter anderem Gespräche mit mehreren Zeitzeugen, die den Mauerfall damals entweder auf Potsdamer oder auf Westberliner Seite erlebt haben. Darunter seien sowohl prominente als auch „ganz normale“ Bürger, sagte Potsdams Marketingbeauftragte Sigrid Sommer. Zudem sollen Filme und Bilder aus der Wendezeit gezeigt werden, eine eigens für diesen Anlass choreografierte Illumination der Glienicker Brücke soll die Veränderungen verdeutlichen, die das Bauwerk und seine Umgebung vom Mauerbau über die Grenzöffnung bis zum heutigen Tag erfahren haben.

Gesperrt wird die Glienicker Brücke für die Veranstaltung übrigens nicht: Die Bühne soll auf der Wiese zwischen dem Ufer des Jungfernsees und der Schwanenallee aufgestellt werden.