• 25 Jahre Alfred und Toni Dahlweid-Stiftung: Eine Stiftung gegen die Einsamkeit

25 Jahre Alfred und Toni Dahlweid-Stiftung : Eine Stiftung gegen die Einsamkeit

Helmut Schwinning hat 1994 zu Ehren seiner Großeltern die Alfred und Toni Dahlweid-Stiftung gegründet, die Senioren vor der Alleinesein bewahren soll. Die finanzielle Ausstattung wurde mit den Jahren aber immer schlechter.

Vorstandsvorsitzende Ingrid Püschel  
Vorstandsvorsitzende Ingrid Püschel  Foto: Ottmar Winter

Potsdam - Vor 26 Jahren las Helmut Schwinning einen Artikel über eine Rentnerin, die erst Wochen nach ihrem Tod verwahrlost in ihrer Wohnung gefunden wurde. "Das hat ihn erschüttert", berichtet Ingrid Püschel. Sie ist Vorstandsvorsitzende der Alfred und Toni Dahlweid Stiftung. Der Zeitungstext motivierte Schwinning 1994 zur Gründung der Organisation. "Er wollte dazu beitragen, dass so etwas nicht mehr vorkommt", sagt Püschel, seit der Gründung im Amt. Da Schwinning selbst keine Nachkommen hatte und bei seinen Großeltern aufgewachsen ist, benannte er die Stiftung nach ihnen. Das Grundkapital stammt aus dem Verkauf der Villa seiner Großeltern, die sich in der Jägerallee 1 befand. Ziel ist es, ältere Menschen in Potsdam zu betreuen sowie bedürftige Rentner im Notfall auch finanziell zu unterstützen, wie aus den Stiftungsunterlagen hervorgeht. Schwinning selbst starb 1995 in München.  

Etwa 40 Senioren besuchen regelmäßig die Veranstaltungen

Ein Jahr nach der Gründung begannen die ersten Veranstaltungen. 25 Jahre ist das nun her. Am 8. Oktober feiert die Stiftung das Jubiläum mit einem Fest. Bei Veranstaltungen wie Konzerte, Vorträge, Yogastunden, Singkreise, Lesungen und gemeinsames Frühstück ist ein Kreis von etwa 40 Senioren entstanden, die regelmäßig die Angebote der Stiftung wahrnehmen. So lernen sie sich untereinander kennen, werden eingebunden und nicht übersehen wie die allein verstorbene Seniorin, meint Püschel. Die 76-Jährige, die bis zur Rente im Potsdamer Sozialamt gearbeitet hat, ist ehrenamtlich für die Stiftung tätig.

Stifter Helmut Schwinning  
Stifter Helmut Schwinning  Repro: Ottmar Winter

Eigene Räume hat die Stiftung mittlerweile nicht mehr

Ursprünglich fanden fast alle Veranstaltungen in den eigenen Stiftungsräumen statt: in den ersten Jahren im Hans-Marchwitza-Ring 53, später in der Edisonallee. Als aber die Räume dort den Besitzer wechselten und dieser die Miete deutlich anhob, konnte sich die Stiftung den Ort für Treffen und Veranstaltungen nicht mehr leisten. "Da haben wir die Räume schweren Herzens aufgegeben", bedauert Püschel. Kurze Zeit fanden Veranstaltungen im Babelsberger Restaurant "Kashmir" statt, seit 2017 gibt es eine Vereinbarung mit dem Restaurant Otto Hiemke in der Karl-Gruhl-Straße 55. "Da sind wir sehr gut aufgehoben", sagt die Vorsitzende, die mit drei anderen ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern zusammenarbeitet. Eigene Räume hat die Stiftung nun nicht mehr. "Es ist jetzt so gekommen und das ist in Ordnung", sagt Püschel.

Die sinkenden Zinsen machen alles schwieriger

Das hängt vor allem mit den schwindenden Eigenmitteln zusammen. Die Dahlweid-Stiftung verfügt über Kapital von rund einer halben Million Euro, kann jedoch nur die Zinsen für gemeinnützige Arbeit verwenden. Und die sind mit den Jahren immer weniger geworden. Anfangs waren es noch rund 20.000 Euro, mittlerweile beläuft sich die Summe, die der Stiftung für ihre Arbeit jährlich zur Verfügung steht, auf etwa 7000 Euro. Wie sich die Arbeit und die Angebote der Stiftung weiterentwickeln, hängt derzeit aber nicht nur von den finanziellen Mitteln ab, sondern auch vom weiteren Verlauf der Coronakrise. Aktivitäten wie der Singkreis könnten derzeit nicht stattfinden und wie überall sind bei Veranstaltungen deutlich weniger Gäste zugelassen. Püschel hofft, dass sich das irgendwann wieder ändert. 

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