Zwischen Potsdam Hauptbahnhof und Charlottenhof : Bahn baut nach den Sommerferien

Wegen Brückenarbeiten fallen ab Donnerstag die Regionalbahnen nach Golm und Schwielowsee sowie einige Züge nach Werder aus. Ersatzbusse zwischen Potsdam, Werder und Golm wird es nicht geben.

Pendler im Potsdamer Westen müssen sich ab Donnerstag für eine Woche auf erhebliche Behinderungen im Bahnverkehr einstellen: Da die Deutsche Bahn eine Havelbrücke zwischen den Bahnhöfen Potsdam Hauptbahnhof und Charlottenhof saniert, fahren zwischen dem 8. und dem 14. September alle nach Golm nur bis zum Bahnhof Park Sanssouci, wo in den Regionalexpress umgestiegen werden muss. In der Hauptverkehrszeit fahren die zusätzlichen Züge des RE 1 zwischen Brandenburg / Havel, Werder (Havel) und Potsdam ebenfalls nur bis zum Bahnhof Park Sanssouci, die anderen Züge dieser Linie fahren wie gewohnt im Halbstundentakt. An vier Tagen fällt zudem die Regionalbahnlinie 23 von Potsdam über Caputh und Ferch nach Beelitz-Heilstätten aus.

Fahrzeit wird sich verlängern

An der Bahnbrücke werden knapp 100 Holzbalken sowie Schwellen und Schotter ausgetauscht. Einen Busersatzverkehr während der Bauarbeiten wird es zwischen Potsdam, Werder und Golm nicht geben. Stattdessen werden während der Arbeiten alle Regionalexpresszüge an den Bahnhöfen Park Sanssouci und Charlottenhof halten. Dadurch wird sich die Fahrzeit um mehrere Minuten verlängern. Laut Bahnsprecher Gisbert Gahler gehen die Planer der Bahn davon aus, dass die bereits jetzt zur Hauptverkehrszeit gut gefüllten Züge des RE1 so bis zum Park Sanssouci die wegfallenden Regionalbahnen ersetzen können. Fahrgäste nach Golm werden auf die regulären Linienbusse verwiesen. Dass es auf den Linien zu zusätzlichem Fahrgastaufkommen kommen wird, sei mit dem Potsdamer Verkehrsbetrieb aber nicht abgesprochen, gibt Gahler zu.

Auf der Regionalbahnlinie 23 von Potsdam über Caputh und Ferch nach Beelitz-Heilstätten fallen am Donnerstag und Freitag sowie Montag bis Mittwochvormittag alle Züge aus. Es wird einen Ersatzbus geben, der allerdings zwischen Beelitz und Potsdam 15 Minuten länger unterwegs ist. Die Bahnhöfe Caputh-Geltow, Potsdam Pirschheide und Potsdam Charlottenhof werden vom Bus nicht angefahren.

Ärgerlich, dass die Arbeiten nicht in den Sommerferien passierten

In Werder ist man wenig erfreut über den Zeitpunkt der Bauarbeiten. Zwar sei dem 1. Beigeordneten Christian Große (CDU) zufolge verständlich, dass die Bahn Sanierungsarbeiten durchführen müsse. „Für unsere Pendler ist es aber mehr als ärgerlich, dass die Arbeiten nicht in den Sommerferien durchgeführt werden konnten“, so Große. Seit Jahren kämpfe die Stadt darum, eine dichtere Zugtaktung zu bekommen, und nun fielen zur Hauptverkehrszeit Züge ersatzlos aus.

Gisbert Gahler zufolge habe man sich beim Zeitraum der Arbeiten an den Semesterferien orientiert, die Strecke nach Golm wird hauptsächlich von Studenten genutzt. Warum die Arbeiten aber nicht zwei Wochen früher in den Ferien durchgeführt wurden und ausgerechnet in der ersten Schulwoche beginnen, wenn in der Region wieder alle Berufspendler unterwegs sind, blieb unklar.

Bahnhof Caputh-Geltow wird gar nicht angefahren

Schwielowsees Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) ist zudem verwundert darüber, dass der Bahnhof Caputh-Geltow während der Bauarbeiten überhaupt nicht angefahren wird. „Grundsätzlich muss in allen Bereichen ein Schienenersatzverkehr ermöglicht werden, denn wir wollen gerade erreichen, dass der Verkehr von der Straße auf die Bahn oder den Bus geleitet wird“, so Hoppe gegenüber den PNN. Zum Bahnhof Caputh-Geltow fährt auch kein Linienbus, sodass die wenigen Anwohner und der Campingplatz Himmelreich vom Nahverkehr abgekoppelt werden. Allerdings wird der Bahnhof derzeit von nur etwa 50 Fahrgästen täglich genutzt. Die Gemeinde bemüht sich seit Jahren darum, die Geltower zum Umsteigen auf den Zug zu überreden und so die Bundesstraße 1 zu entlasten.

Zwar bleibt die Bahnstrecke in Caputh und Geltow befahrbar. Doch laut Bahnsprecher Gahler gibt es keine Gleiskapazitäten, um die Regionalbahn bis kurz vor die Baustelle in Potsdam fahren lassen zu können. Der Bahnhof Pirschheide – früher Potsdams Hauptbahnhof, dort könnte in die Straßenbahn Richtung Innenstadt umgestiegen werden – wurde von der Bahn zu einem Haltepunkt auf freier Strecke zurückgebaut. Das bedeutet, dass es dort keine nötigen Signale mehr gibt und deshalb keine Züge beginnen oder enden dürfen.

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