Zahl der Trauungen fast verdoppelt : Warum so viele zum Heiraten nach Beelitz fahren

Beelitz hat mehr zu bieten als Spargel. Auch der Trausaal im historischen Gebäude in der Alten Posthalterei zieht offenbar immer mehr Gäste an.

Foto: Friso Gentsch/dpa

Beelitz - Die Spargelstadt Beelitz ist nicht nur wegen des Edelgemüses beliebt. Die Stadt steigt offenbar auch in der Gunst von Brautpaaren. Im Vergleich zum Jahr 2010, in dem das Beelitzer Standesamt im historischen Gebäude der einstigen Posthalterei 58 Trauungen zählte, habe sich die Zahl im vergangenen Jahr mit 108 Hochzeiten fast verdoppelt, erklärte Standesbeamtin Angela Harnack. Dabei seien selbst weite Anfahrtswege kein Hindernis. 

Die meisten Auswärtigen kamen aus Berlin und Potsdam

Reisten im Jahr 2013 gerade 18 Paare von außerhalb an, so waren es im Jahr 2018 schon 37 Pärchen. Gut die Hälfte der Auswärtigen sind Berliner und Potsdamer. Die Verliebten kämen aber auch von der Insel Rügen, aus München, Hamburg, Stuttgart oder aus der Partnerstadt Ratingen in Nordrhein-Westfalen, so Harnack. Noch ist der romantische, in Grün gehaltene Trausaal mit seiner auf Putz gemalten „Ideallandschaft“ ein Geheimtipp. "Die Zahlen zeigen aber, dass gern in Beelitz getraut wird", erklärte Harnack, seit 31 Jahren Standesbeamtin in der Stadt. Eheschließungen finden in dem Saal in der Poststraße bereits seit 50 Jahren statt.

Früher waren die Räume als Wohnungen genutzt und die Wandmalerien mit Tapeten überklebt worden. Der spätere Museumsleiter Kurt Verch brachte sie Ende der 1950er-Jahre jedoch wieder zum Vorschein. Die Posthalterei selbst war im Jahr 1789 errichtet worden. Neben dem besonderen Ambiente mit historischer Postkutsche und dem schmalen hölzernen Treppenaufgang sei auch der hübsche Innenhof des Standesamtes ein Plus bei den Hochzeitsgästen, betont die Standesbeamtin.

Bernhard Knuth ist Bürgermeister von Beelitz.
Bernhard Knuth ist Bürgermeister von Beelitz.Foto: Gérard Lorenz

Auch der Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth (parteilos) freut sich über den Zuspruch des Trausaales, der ein zusätzlicher Imagegewinn für die Stadt sei. „Künftig wird es auch an der Nieplitz einen Pavillon für Eheschließungen geben“, kündigte er zudem an.

Die bisher meisten Hochzeiten wurden übrigens im Jahr 2017 gezählt. Damals gaben sich 124 Paare das Ja-Wort. Auch für das laufende Jahr sieht es gut aus. Es lägen bereits rund 60 Terminreservierungen vor.