• Wohl keine Berufung vom Mittelgraben-Verband: Urteil zu Wasserpreis rechtskräftig

Wohl keine Berufung vom Mittelgraben-Verband : Urteil zu Wasserpreis rechtskräftig

Nuthetal/Michendorf - Der Wasser- und Abwasserzweckverband Mittelgraben wird das Urteil des Potsdamer Landgerichts zu den überhöhten Trinkwasserpreisen wohl akzeptieren. Nach PNN-Informationen will der Verbandsvorstand der Verbandsversammlung empfehlen, keine Berufung einzulegen. Vom Geschäftsbesorger, der MWA GmbH in Kleinmachnow, wurde das gestern nicht bestätigt und auf ein Pressegespräch verwiesen, das nächsten Freitag stattfinden soll. MWA-Geschäftsführer Felix von Streit hatte den PNN allerdings schon vor einer Woche erklärt, dass er – selbst wenn man dem Urteil folge – keinen Anlass sehe, Kunden ungefragt Geld zu erstatten.

Wird das Urteil rechtskräftig, ist Fakt, dass die Nuthetaler und Michendorfer ein Jahr lang überhöhte Trinkwasserpreise bezahlt haben. Im Oktober 2013 war das Entgelt im Wasser- und Abwasserzweckverband Mittelgraben von 2,05 auf 2,12 Euro pro Kubikmeter erhöht worden. Auf Druck der Landeskartellbehörde, die ein Missbrauchsverfahren gegen den Verband eingeleitet hatte, wurde es ein Jahr später auf 1,82 Euro gesenkt. Eine Rückerstattung für die Monate seit der Erhöhung gab es aber nicht.

Der Interessenverein „Wasser und Abwasser Nuthetal“ forderte gestern, den Trinkwasserpreis für diese zwölf Monate neu zu kalkulieren. Den Kunden sei wissentlich ein Entgelt abgenommen worden, dass nicht stimmte, weil es Kosten eines noch nicht vorhandenen neuen Trinkwasserwerks enthielt. Das sei nun auch vom Landgericht bestätigt worden.

Man werde genau beobachten, welche Konsequenzen aus dem Urteil gezogen werden, so Vorstandsmitglied Helmut Grosser gestern gegenüber den PNN. „Wenn der Zweckverband nicht auf 1,82 Euro zurückgeht und den Kunden das Geld erstattet, werden wir reagieren.“

Dass MWA-Chef Felix von Streit im Zusammenhang mit zunehmend schwierigen Kundenkontakten einige Bürger als „besondere Exemplare“ bezeichnet, Verbandsversammlungsmitglieder und auch Nuthetals Bürgermeisterin Ute Hustig verbal angegriffen habe, müsse eigentlich arbeitsrechtliche Konsequenzen haben, meint der Interessenverein. „Der Verband scheint nach diesem Desaster etwas Zeit zu brauchen, um sich zu ordnen.“ hkx

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