Windpocken an Schule : Schülern ohne Impfung wird Zugang zur Schule verwehrt

Wer keine Impfung gegen Windpocken hat, der darf zurzeit die Walddorfschule in Kleinmachnow nicht betreten. Das Gesundheitsmamt guckt ganz genau hin. Über 60 Schülern wurde der Zutritt zur Schule verweigert.

Am Donnerstag hatte das Gesundheitsamt vor Unterrichtsbeginn bei rund 240 Kindern die Impfbücher kontrolliert. 66 Schüler konnten keinen vollständigen Impfschutz nachweisen.
Am Donnerstag hatte das Gesundheitsamt vor Unterrichtsbeginn bei rund 240 Kindern die Impfbücher kontrolliert. 66 Schüler konnten...Foto: Andreas Klaer

Kleinmachnow - Das Teltower Gesundheitsamt hat am Donnerstag 66 Schüler der Kleinmachnower Waldorfschule vom Unterricht ausgeschlossen. Sie dürfen die Schule bis Ende des Monats nicht besuchen, weil sie nicht gegen Windpocken geimpft sind. Wie berichtet hat es an der Schule mit 400 Schülern vergangene Woche einen Windpockenfall gegeben.
Das mittelmärkische Gesundheitsamt hatte am Donnerstag trotz Protesten von Eltern und Schulleitung vor Ort Einlasskontrollen durchgeführt. In die Schule durften nur Kinder, die einen vollständigen Impfschutz haben. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Windpockenimpfung seit 2004. Bei der Kontrolle am Schultor mussten daher auch nur Schüler der ersten bis achten Klassen ihren Impfpass vorzeigen. Alternativ konnten Eltern ein ärztliches Attest vorweisen, wenn die Kinder die Krankheit bereits hatten. Etwas weniger als die Hälfte der Schüler, etwa 160, sind zu der kurzfristig angekündigten Kontrolle am Donnerstag erst gar nicht erschienen. Die Eltern meldeten sie krank. Sie müssen nun im Nachhinein einen vollständigen Impfstatus (zwei Impfungen gegen Varizellen) vorweisen, sonst dürfen sie nicht die Schule besuchen. Zuwiderhandlungen würden als Ordnungswidrigkeit zur Anzeige gebracht, kündigte das Gesundheitsamt an.

Im Laufe des Donnerstags lockerte die Behörde ihre Vorgaben: Eltern dürfen nun auch schriftlich erklären, dass ihre Kinder die Windpocken bereits hatten. „Die Möglichkeit wurde gestern eingeräumt, um unnötige Ausschlüsse zu vermeiden“, sagte Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert gegenüber den PNN. So wollte man vermeiden, dass Atteste, die nicht mehr „beibringbar“ waren, zu Lasten der Kinder gingen. Weitere Kontrollen vor Ort seien derzeit nicht vorgesehen, so Schwinzert.