Potsdam-Mittelmark : Werder mischt Cricket-Liga auf

HCCW nach erster Saison an Tabellenspitze / Cricket-Stadion in Bliesendorf wird dieses Jahr fertig

Henry Klix

Werder (Havel) - Die Stadt Werder ist inzwischen auch unter deutschen Cricket-Fans ein Begriff: Der „Havelländische Cricket Club Werder“ (HCCW) hat sich in seiner ersten Spielsaison in der Bundesliga Ost seit April mit sieben Siegen in Folge an die Tabellenspitze geschlagen. Bislang spielt und trainiert das Werderaner Team, das hauptsächlich von indischen und pakistanischen Studenten aus Berlin und Ostdeutschland getragen wird, meist in Berlin. Nächstes Jahr soll sich das ändern, verspricht der HCCW-Vorsitzender Axel Saß: Dann nämlich soll – mit einiger Verzögerung – der Cricket-Platz im Werderaner Ortsteil Bliesendorf fertig sein.

Cricket ist ein Schlagballspiel für elf Spieler pro Team, das vor allem in England und den Commonwealth-Staaten verbreitet ist. Leistungsmäßig liegt Deutschland auf der Cricket-Weltrangliste auf Platz 42, stellt in Europa außerhalb der britischen Insel allerdings den größten Landesverband. Fünf Bundesligastaffeln gibt es hier.

Das Spielfeld ist an sich ein Rasen-Oval mit einem Durchmesser von über 100 Metern, begrenzt von einer weißen Linie oder einem Zaun. In der Mitte des Spielfeldes liegt die 20 Meter lange Spielbahn (Pitch). Bei vielen Spielen in Deutschland werde das Spielfeld nur provisorisch, häufig mit Kunstrasenmatten, angelegt, sagt Axel Saß. In Bliesendorf soll das anders werden: Hier soll nach Amsterdam das zweite, echte Cricket-Feld mit Zuschauertribünen auf europäischem Festland entstehen. Aus Konjunkturmitteln wurden dem Verein dafür 70 000 Euro bereitgestellt, die Gesamtkosten von 90 000 Euro werden auch durch Sponsoren wie der Firma Herbstreith & Fox gedeckt, so Vereinschef Saß. Im Bereich des eigentlichen Spielfeldes wird ein Spezial-Ton eingebracht. Der hochwertige englische Rasen wird mit einer Beregnungsanlage bewässert.

Probleme gibt es noch, auf der 36000 Quadratmeter großen Stadion-Fläche, die von der Stadt gepachtet werden konnte, die Höhenunterschiede auszugleichen, so Saß gegenüber den PNN. Das Gelände muss zentimetergenau eingeebnet werden, die Höhenunterschiede liegen allerdings bei 1,50 Meter. Dennoch sei er zuversichtlich, dass der Platz in diesem Jahr fertig wird. Das Cricket-Stadion wird idyllisch in einem Waldstück gelegen sein, ein Wildzaun soll Wildschweine abhalten. Weiter werden 54 Parkplätze und 3 Busstellplätze angelegt. In Bliesendorf könnten dann sogar internationale Turniere stattfinden.

Das letzte Punktspiel des HCCW in dieser Saison findet am 21. August um 12 Uhr auf dem Körnerplatz am Berliner Olympiastadion gegen die Reinickendorfer Füchse statt. Der Saison-Erfolg soll mit einem indischen Buffet gefeiert werden. Der Sportdirektor des HCCW ist in Werder kein Unbekannter – Jatinder Pal Singh ist ein stadtbekannter Gastronom und war einst indischer Nationalspieler.

Henry Klix

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