Werder (Havel) : Energieplan abgelehnt

Werder (Havel) - Die Stadt Werder wird auch künftig kein umfassendes Energiekonzept erstellen lassen. Einen entsprechenden Antrag der Grünen hat die Mehrheit der Stadtverordneten auf ihrer letzten Sitzung abgelehnt. „Die Energiewende, die in Paris beschlossen wurde, braucht alle. Auch die Stadt Werder“, hatte Grünen-Fraktionsmitglied Ilona Klapper ihren Antrag begründet.

Demnach sollte die Stadt prüfen, inwieweit sie etwa Solarenergie, Biogas oder kleinere Windräder fördern könnte. Außerdem sollte das Einsparpotential in öffentlichen Gebäuden optimiert werden. „Wir haben viel Kraft und Energie in die Verhinderung eines Windenergiegebietes gesteckt, jetzt braucht es genauso viel Energie für neue Projekte“, so Klapper im Hinblick auf den Widerstand gegen einen Windpark bei Bliesendorf. Auch Linke und SPD folgten ihrem Antrag.

Kritik kam jedoch aus den Reihen der CDU. Dem Stadtverordneten Peter Kreilinger zufolge würde allein eine Untersuchung möglicher Standorte für erneuerbare Energien eine halbe Million Euro kosten. Zudem würden die gesetzlichen Grundlagen wie die Energieeinsparverordnung ausreichen, um der Stadt etwa bei Sanierungen Einsparziele zu geben. Laut dem 1. Beigeordneten Christian Große (CDU) sei ein Beratervertrag mit der Firma WEN, die den Energieverbrauch der städtischen Gebäude ermittelt und Einspartipps gibt, zwar gekündigt. Derzeit laufe er aber noch. Zudem sei man sich darüber im Klaren, wo Einsparungen möglich und nötig sind. Auch Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) sprach sich klar gegen ein Energiekonzept aus. „Vom Geld für den Gutachter kann man schon einen kompletten Straßenzug auf LED-Beleuchtung umrüsten.“