• Werder (Havel): Bad-Ausschuss: Werder soll privaten Partner für Blütentherme suchen

Werder (Havel) : Bad-Ausschuss: Werder soll privaten Partner für Blütentherme suchen

Die Blütentherme in Werder (Havel) soll von einem privaten Investor weitergebaut und künftig betrieben werden, das beschloss der Bad-Ausschuss in seiner Sitzung am Dienstagabend mehrheitlich. Am 9. März werden die Stadtverordneten darüber entscheiden.

Wie geht es weiter mit der Blütentherme in Werder (Havel)?
Wie geht es weiter mit der Blütentherme in Werder (Havel)?Foto: B. Settnik/dpa

Werder (Havel) - Die Werderaner Blütentherme soll von einem privaten Investor vollendet und betrieben werden. Die Stadt Werder soll Eigentümerin des Thermengrundstückes bleiben. Einen entsprechenden Antrag der CDU hat der Bad-Ausschuss der Stadt in seiner Sitzung am Dienstagabend mit fünf zu zwei Stimmen angenommen. Den endgültigen Beschluss dazu müssen die Stadtverordneten am 9. März treffen. "Ich halte nach wie vor daran fest, dass geeignete private Betreiber zur Verfügung stehen", so Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU). Sie freue sich über das Votum des Ausschusses und werde nach dem entsprechenden Votum der Stadtverordneten mit Hochdruck die Ausschreibung für Bau und Verpachtung der Therme vorbereiten. Ein Verkauf der Baustelle ist nach Abschluss der bisherigen Verhandlungen ausgeschlossen.

Neuer Blütentherme-Partner soll Bürgschaft von sieben Millionen Euro vorlegen

Die Fertigstellung der Therme soll laut CDU auf eigene Kosten eines zu findenden Bieters erfolgen. Zudem solle der Bieter die Bürgschaft einer Bank von bis zu sieben Millionen Euro vorlegen. Bisher wurden die Fertigstellungskosten stets mit etwa zwölf Millionen Euro angegeben. Ab der vertragsgemäßen Fertigstellung soll die Stadt dann jährlich einen zuvor vom Bieter zu nennenden Betrag über 30 Jahre zahlen. "Unser Modell hat das Risiko für die Stadt beseitigt", so der stellvertretende Ausschussvorsitzende Peter Kreilinger (CDU). Die CDU-Fraktion stellt vier der acht Mitglieder des Badausschusses und 16 von 28 Stadtverordneten. Sie will durch das sogenannte Forfaitierungsmodell mit den Zahlungen der Stadt nach Fertigstellung den Betreiber nötigen, mit eigenem Geld zu wirtschaften. Dadurch sollen Pannen wie bisher mit der Kristall Bäder AG verhindert werden, die trotz kommunaler Zahlungen nicht wie vorgeschrieben gebaut hat. Der Betrag, den die Stadt zahlt, soll nachträglich nicht mehr angepasst werden können.

Dem CDU-Antrag zufolge soll das Bad in seiner bisherigen Planung zuzüglich eines mindestens 50 Quadratmeter großen Spaßbereiches für Kleinkinder zu bauen sein. Erweiterungen wie eine Sauna im See sollen erst später folgen, die Stadt solle das aber planungsrechtlich vorbereiten. Sie will einem neuen privaten Betreiber zwar grundsätzliche Entscheidungsfreiheit zur genauen Angebotsgestaltung lassen, besteht aber auf einem Betrieb als Therme mit entsprechendem Gesundheits- und Wellness-Angebot. Alle Berater hätten in den bisherigen Gesprächen darauf hingewiesen, dass gerade dieser Punkt die Abgrenzung etwa vom neuen Potsdamer Schwimmbad und somit ein wesentliches Erfolgskriterium sei. Zudem soll die Stadt dem künftigen Betreiber das Thermengrundstück für einen Euro pro Jahr verpachten. Die Laufzeit für den Pachtvertrag soll je nach Bieterwunsch 30 bis 40 Jahre betragen. Sollte die Therme nicht vertragsgerecht in Betrieb gehen oder der spätere Betrieb nicht mehr wie vereinbart ablaufen, soll der Vertrag jederzeit fristlos kündbar sein. "Das bedeutet: Die Stadt verschenkt die Therme und erstattet später noch die Baukosten", kritisiert die Badausschussvorsitzende Anja Spiegel (SPD) den CDU-Antrag.

SPD: Die Stadt Werder sollte Eigentümer bleiben

Spiegel warb im Schützenhaus, dessen Besucherplätze voll besetzt waren, noch einmal für den Vorschlag, dass die Stadt selbst Eigentümer bleibt und einen Betriebsführer ernennt. So solle nicht nur das Risiko, sondern auch möglicher Gewinn bei der Stadt bleiben. "Selbst bei konservativer Rechnung kostet uns das maximal 500.000 Euro mehr", so Spiegel. Zudem sollen nach SPD-Vorstellung ein Spaßbereich und eine Sauna mit Seeblick in das bisherige Gebäude integriert werden. So solle bei möglichst kurzer Bauzeit ein möglichst großes Angebot da sein. Außerdem solle auf den kostspieligen Einsatz von Thermalwasser verzichtet werden.

Die SPD hatte wie berichtet nach nicht-öffentlichen Verhandlungen mit Interessenten davon gesprochen, dass kein Bieter den Thermenbetrieb eigenwirtschaftlich übernehmen würde. Das stimme aber schlichtweg nicht, betonten im Ausschuss die Bürgermeisterin und Vertreter der CDU-Fraktion. Die Aussage habe den Verhandlungen vielmehr geschadet.

Grünen wollen sich von der Blütentherme komplett verabschieden

Die Fraktion der Grünen will in der Stadtverordnetenversammlung am 9. März sogar beantragen, sich komplett von der Therme zu verabschieden und einen Architektenwettbewerb auszurufen, mit dem Augenmerk auf die öffentliche Daseinsvorsorge. Dabei solle auch geklärt werden, wie sich der Thermenbaukörper integrieren lässt. "Wir haben schon 21 Millionen Euro Verlust, bei den Modellen von SPD und CDU würden noch einmal mindestens zwölf Millionen Euro dazukommen", so die Fraktionsvorsitzende Ilona Klapper. Außerdem müsse die Stadt wahrscheinlich für 30 Jahre das Risiko der Betriebskosten tragen. Peter Kreilinger hält das jedoch für abwegig. "Es gibt Interessenten, die sich eine Therme nach unseren Wünschen vorstellen können und bereit sind, Eigenmitteln einzubringen und nichts für den laufenden Betrieb zu verlangen."