Potsdam-Mittelmark : Wasser aus Klärwerk für Röthepfuhl Hoffnung für den Ruhlsdorfer Dorfteich

Teltow - Der mit der Ortsgeschichte eng verbundene Röthepfuhl braucht Wasser. Ganze 60 Zentimeter werden gegenwärtig an der Messlatte angezeigt. Grund ist das Absinken des Grundwasserspiegels, womit die natürliche Quelle versiegt ist, die einst den beliebten Dorfteich gespeist hat. Damit er nicht austrocknet und weiterhin der Treffpunkt für schöne Dorffeste bleibt, bekommt er Zufluss aus Brunnen.

„Bis zu 12 000 Kubikmeter pumpen wir jährlich in das Teichbecken“, beschreibt Ruhlsdorfs Ortsbürgermeister Bernd Längrich die Bemühungen um den Erhalt der Anlage. Aber das ist aufwändig. Gibt es eine bessere Lösung? Die Ruhlsdorfer haben ja das große Klärwerk Stahnsdorf vor der Tür, wo so viel Wasser ankommt und nach der Reinigung in den Teltowkanal fließt. Lässt sich davon etwas zum Röthepfuhl umleiten? Die Berliner Wasserbetriebe hatten offene Ohren und sagten ja. Das war im Sommer vor fünf Jahren und seither ist ein ganzes Bündel von Einzelaufgaben abgearbeitet worden. Weil der Pfuhl ein stehendes Gewässer ist, muss der Zufluss aus Stahnsdorf noch eine restliche Reinigung durchlaufen, wozu ein Schilfpflanzbecken notwendig wäre. Und es geht vor allem auch um die Zuleitung. Bekannt ist, dass zu DDR-Zeiten ein Rohrstrang von Stahnsdorf nach Wassmannsdorf verlegt wurde, mit dem Chemikalien entsorgt werden sollten.

Dazu ist es zwar nicht mehr gekommen, aber die 15 Zentimeter starke Leitung liegt am Rande von Ruhlsdorf neben dem neuen Wohngebiet Am Mühlenberg noch in der Erde. Lässt sich dieser Rohrstrang noch nutzen? Eine Druckprüfung war nötig, am 4. Oktober ist es geschehen und das Ergebnis sorgte für frohe Stimmung: Es geht, die Leitung ist dicht. Durch ein Verbindungsstück könnte das Wasser zum Röthepfuhl fließen. Nun macht sich ein Berliner Ingenieurbüro an die Feinplanung: Gute Aussichten für die Ruhlsdorfer, die sich am Pfuhl gern zu Geselligkeit Traditionspflege treffen, wie dem traditionellen Oktoberfest.

Bernd Längrich glaubt, dass die Wasserverbindung in den nächsten zwei Jahren geschaffen werden kann und rechnet damit, dass die Stadtverordneten dem Projekt ihre Zustimmung geben. Die Freude bei den Einwohnern wäre groß. Wie auch beim Teltower Rübchenverein, der auf dem Weg zum Röthepfuhl sein alljährliches Rübchenfest feiert. „Für jeden Besucher ist der Blick auf das Wasserbecken eine echte Freude“, weiß Vereinssprecher Manfred Pieske. Im November wird der Röthepfuhl zunächst wieder „entkrautet“, denn an den Rändern ist doch der Grünwuchs kräftig gediehen. Jo

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