Waldbrände in Mittelmark : Noch keine Entwarnung

Die Brände in Fichtenwalde und Treuenbrietzen sind gelöscht. Das anhaltend warme Wetter sorgt jedoch für neue Gefahr. 

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Potsdam-Mittelmark – Trotz des kühleren Wochenendes bleibt die Situation in Mittelmarks Wäldern angespannt. Zwar ist der Brand, der Ende August auf einer Fläche von 340 Hektar nahe des mittelmärkischen Treuenbrietzen ausgebrochen war, unter Kontrolle. Trotzdem sei es nach Angaben des Brandenburger Waldbrandschutzbeauftragten Raimund Engel, zu früh, um zu entwarnen. Auf der Fläche, die bis zum Bodenbewuchs runterbrannte, würde ein neues Feuer keine Nahrung mehr finden, jedoch könnten die Randbereiche jederzeit neu aufflammen, sagte er. Ein bisschen Schutz biete zurzeit die höhere Bodenfeuchte durch die mittlerweile feuchtere Luft.

Waldbrandschutzbeauftragter rät zu Konsequenzen

Vor dem Wochenende hatte der Landkreis die Einsatzleitung für das Brandgebiet der Stadt Treuenbrietzen übergeben können. Noch sei es aber erforderlich, Brandwache zu halten und die Glutnester zu beobachten, sagte Treuenbrietzens Bürgermeister Michael Knape den PNN. "Je nach Witterungslage wird uns der Brand noch in den nächsten zwei bis drei Wochen mit kleineren Einsätzen beschäftigen", glaubt er. Zudem warnt er weiterhin davor, die stadteigenen Flächen zu betreten, auf denen, während das Feuer wütete, immer wieder Weltkriegsmunition detoniert war. "Der Wald ist kein touristisches Highlight. Jeder, der hineingeht, begibt sich in Gefahr."

Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel rät dazu, aus den Bränden Konsequenzen zu ziehen und zu überlegen, wie im Brandfall der Einsatz erleichtert werden kann, etwa durch den Bau von Brunnen oder ein verbessertes Wegesystem. Im Beelitzer Ortsteil Fichtenwalde, wo Mitte Juli rund 32 Hektar Wald brannten, werden solche Maßnahmen bereits diskutiert (PNN berichteten). Engel appelliert aber auch an die Kommunen, darüber nachzudenken, inwieweit sie es zulassen, Häuser immer weiter in den Wald zu bauen. "Man sollte das Thema Sicherheit in die Kalkulation einbeziehen", erklärt er. Wie berichtet mussten wegen des Großbrandes bei Treuenbrietzen die Bewohner dreier Ortschaften zeitweilig evakuiert werden. Brennen könne es aber überall, sagt Engel. Mit Ausnahme des Hohen Flämings seien Mittelmarks Wälder gleichermaßen gefährdet.

Stahnsdorf schafft Platz für Einsatzwagen

Auch andere, bislang von den Flammen verschont gebliebene Gemeinden überlegen bereits, wie sie sich besser rüsten, wie das nahe des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Parforceheide gelegene Stahnsdorf. Zwar würden größere zusammenhängende Waldgebiete des über 2300 Hektar umfassendes Gebietes nicht unmittelbar an Stahnsdorfer Siedlungen grenzen, dennoch habe die Gemeinde kürzlich den Bedarf an Zufahrtswegen für den Brandfall ermitteln und Zuwegungen von Gemeindearbeitern freischneiden lassen, erklärte Gemeindesprecher Stephan Reitzig den PNN. Eigentümer von Flächen, die aus brandschutztechnischer Sicht ebenfalls freigeschnitten werden sollten, schreibe die Gemeinde zudem an. Allerdings könne die Kommune die Waldbesitzer nur bitten, nach dem Brandenburger Waldgesetz sei die Anlage von Schutzstreifen freiwillig, sagte er. In Kürze wolle Stahnsdorf zudem den Brandschutzbedarfsplan fortschreiben, der regelt, wie in bestimmten Gefahrenlagen zu reagieren ist. 

Auch die Gemeinde Kleinmachnow könne im Notfall auf Katastrophen- und Evakuierungspläne zurückgreifen, so Gemeindesprecherin Martina Bellack. Insgesamt sei in der an Berlin grenzenden Kommune die Situation aber weniger akut, als etwa in Fichtenwalde oder Treuenbrietzen. Das größte angrenzende Waldgebiet, der Düppeler Forst bei Dreilinden, verfüge über eine natürliche Schneise durch die alte Bahn- und Autobahntrasse. Brände im innerhalb der Gemeinde gelegenen Bannwald würden dagegen schnell erkannt. Dank vorhandener natürlicher Gewässer würde zudem in Reichweite genügend Löschwasser zur Verfügung stehen, sagte sie. 



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