Von Kirsten Graulich : Schloss Güterfelde verkauft Neuer Besitzer ist die

Terraplan-Gesellschaft

Kirsten Graulich
Das Schloss: Der klassizistische Bau aus dem Jahr 1804 diente viele Jahrzehnte als Altersheim. Jetzt könnten dort hochwertige Wohnungen entstehen.
Das Schloss: Der klassizistische Bau aus dem Jahr 1804 diente viele Jahrzehnte als Altersheim. Jetzt könnten dort hochwertige...Foto: Andreas Klaer

Stahnsdorf - Das Güterfelder Schloss hat einen neuen Schlossherren: die Terraplan Immobilien- und Treuhandgesellschaft mbH aus Nürnberg. Das bestätigte gestern auf PNN-Nachfrage Thomas Wagner, Geschäftsführer der Gesundheitszentrum Teltow gGmbH (GZG). Bereits vor zwei Wochen sei der Kaufvertrag für die Immobilie unterzeichnet worden. Zuvor gab es auch Gespräche mit anderen Interessenten, die jedoch nicht in ein ernsthaftes Stadium gelangten. Nach Information der GZG soll das Schloss für Wohnzwecke mit gehobenem Standard ausgebaut werden.

„Die Terraplan sanierte bereits in Potsdam und Berlin denkmalgeschützte Bauten. Uns war wichtig, einen seriösen Käufer zu finden, auch weil das Ergebnis der Sanierung eine Bereicherung für die Region werden soll“, sagte Wagner. Das Schloss, in dem bis Juni noch ein Seniorenheim untergebracht war, gehörte neben dem Teltower Gesundheitszentrum und einer Altenpflegeeinrichtung in Beelitz-Heilstätten zur GZG, einer gemeinnützigen Gesellschaft im Unternehmensverbund Evangelisches Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin. Da der Sanierungsbedarf im Schloss dringlich war, suchte die GZG seit drei Jahren nach einer Alternative für die 36 Bewohner des Schlosses. Im Juni zogen sie in das neu errichtete Albert-Schweitzer-Haus nach Teltow um.

Erik Rossnagel, Geschäftsführer der Terraplan, sagte den PNN: „Wir sind noch nicht soweit, um Konkretes über die späteren Nutzungen sagen zu können.“ Neben Wohnzwecken wären auch Büronutzung oder ein Firmensitz möglich. Zurzeit sei man dabei, das Gebäude zu analysieren, insbesondere die wertvolle denkmalgeschützte Bausubstanz. Im Keller gebe es erhebliche Feuchtigkeitsschäden, deren Ursachen müssten erst ergründet werden. Mit den Denkmalbehörden gab es bereits Gespräche. Demnächst will sich Terraplan mit dem Landkreis und der Gemeinde Stahnsdorf abstimmen. Rossnagel betonte die Erfahrungen des Nürnberger Bauträgers bei der Sanierung historischer Bauten wie den Roten Kasernen in Potsdam und der Preußensiedlung in Alt-Glienicke. Zurzeit investiert Terraplan rund 16 Millionen Euro, um das ehemalige DDR-Gästehaus am Schlosspark Schönhausen zu sanieren.

Den Kaufpreis für das Güterfelder Schloss wollte Geschäftsführer Rossnagel jedoch nicht nennen. Lottomillionär Grothe hatte sich den klassizistischen Bau einst im Jahre 1804 von David Gilly errichten lassen. Spätere Besitzer überformten den Bau architektonisch. Parallel dazu war auch der Park des Schlosses mehrfach umgestaltet worden. Zunächst vom Hofgartendirektor Jühleke angelegt, prägte später Hofgärtner Nietner das Gelände. Die Reste der Parkanlagen sind nicht unter Denkmalsschutz gestellt, da zu wenig Originalsubstanz erhalten blieb. Dagegen hat das Schloss den Status eines Denkmals.

Die Gemeindevertretung hat mehrheitlich beschlossen, die Reste des Parks als Grünzone zu erhalten. Vor allem die Sichtachsen zu Kirche und Dorf sollen bleiben. Dem Vorentwurf zum Flächennutzungsplan haben die Gemeindevertreter bereits zugestimmt, noch in diesem Jahr soll das Planwerk rechtskräftig werden. Bürgermeister Bernd Albers hofft, dass der Park öffentlich zugänglich bleibt. Er kann sich vorstellen, dass im Schloss vielleicht einmal das Stahnsdorfer Standesamt untergebracht wird.