Verbindung zwischen Geltow und Potsdam : Für Busspur müssen Bäume weichen

Zwischen Geltow und Potsdam soll ab 2020 eine Busspur entstehen. Für das Vorhaben müssen zehn Bäume weichen.

Richtung Potsdam: Die Busspur reicht aktuell bis zur Pirschheide.
Richtung Potsdam: Die Busspur reicht aktuell bis zur Pirschheide.Foto: Ottmar Winter

Geltow - Der Bau der Busspur zwischen Geltow und Potsdam soll möglichst schon im kommenden Jahr beginnen. Dies teilte die Stadt Potsdam auf PNN-Anfrage mit. Zwischen der Gaststätte Bayrisches Haus und dem Ortseingangsschild Potsdam soll dann eine 300 Meter lange Spur entstehen, die für den öffentlichen Nahverkehr vorgesehen ist. Die neue Spur würde die bereits bestehende Busspur stadteinwärts aus Richtung Geltow verlängern.

Im Verkehrsausschuss der Stadt Potsdam hatte eine Vertreterin der Bauverwaltung vergangene Woche eine Studie vorgestellt, mit der das Verkehrsaufkommen auf der betroffenen Strecke zwischen dem 1. Januar und dem 14. September 2019 gemessen wurde. Laut den Ergebnissen kommt es auf der Strecke nur zu zehn Stunden Stau pro Monat, was etwa einer halben Stunde täglich entspricht. Die Stadtverwaltung schloss daraus, dass eine längere Busspur keinen zusätzlichen Nutzen bringen würde und mit zu großen Eingriffen in die Natur verbunden wäre.

Das Bauvorhaben war vor sechs Jahren erstmals diskutiert worden und hatte sich in den vergangenen Jahren immer wieder verzögert. Zunächst war eine Spur von 1500 Metern Länge geplant gewesen, die am Waldrand entlanggeführt hätte. Damit wäre die Spur auch über einen vorhandenen Radweg verlaufen, hätten ihn also kreuzen müssen. Nach jetziger Planung entsteht die Spur nun zwischen Autofahrbahn und dem besagten Radweg. Auf der geplanten Strecke müssten laut der Potsdamer Verwaltung für den Bau zehn Allee-Eichen gefällt werden, dazu müsse man sich noch mit den Naturschutzverbänden einigen. Laut Aussage der Stadt wären bei der Streckenführung am Waldrand entlang aber noch weitere Baumwurzeln beeinträchtigt worden.

Regiobus-Chef Hans-Jürgen Hennig kann der Ankündigung, dass die Busspur ab dem kommenden Jahr gebaut werde, derweil noch keinen Glauben schenken: „Nachdem wir nun schon so lange auf diese Spur warten, geben wir nicht mehr viel auf solche Versprechungen“, so Hennig. Schwielowsees Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) betonte, dass die Gemeinde die vorgeschlagene Bauvariante unterstützt. „Wir wissen um die Schwierigkeit der Realisierung solcher Projekte und freuen uns, wenn der baldige Baustart gelingt.“

Der Bau der Busspur soll nach Angaben der Stadt etwa ein Vierteljahr dauern und nach ersten Schätzungen eine halbe Million Euro kosten. Der Bus solle im morgendlichen Berufsverkehr ungehindert am Stau vorbeifahren können, um die Nutzung des ÖPNV für Autofahrer attraktiver zu machen.