Vandalismus in Kleinmachnow : Steht die Hakeburg vor dem Verfall?

Die Kleinmachnower SPD und der Heimatverein sind über den maroden Zustand der Neuen Hakeburg besorgt. Der Investor will 2019 mit der Sanierung starten.

Leerstand seit Jahren. Das Anwesen von 1906 verfällt zunehmend. 
Leerstand seit Jahren. Das Anwesen von 1906 verfällt zunehmend. Foto: Sebastian Gabsch

Kleinmachnow - Eingeschlagene Fenster, zerbrochene Bierflaschen, haufenweise Graffiti. Die Neue Hakeburg in Kleinmachnow ist in einem schlechten Zustand. Seit Jahrzehnten steht das Gebäude leer, die SPD in Kleinmachnow will den Investor der Immobilie jetzt in die Pflicht nehmen. Um die Burg vor dem Verfall zu retten, müsste dringend mit der Instandhaltung begonnen werden.

SPD befürchtet, dass Investor Vefall bewusst in Kauf nimmt

„Seit Jahren geschieht nichts“, ärgert sich SPD-Ortschef Reinhard Roß. Auch der Vorsitzende des Bauauschusses, Matthias Schubert (SDP), will einem weiteren Verfall nicht tatenlos zusehen. „Die Taktik des Investors, die Hakeburg weiter verfallen zu lassen, um dann mit einem besseren Deal herauszugehen“, werde man nicht akzeptieren, kündigte Schubert an. Er fordert, dass die zuständige Denkmalschutzbehörde aktiv werden soll, um das Anwesen am Zehlendorfer Damm zu sichern. Auch der Kleinmachnower Heimatverein, der regelmäßig Führungen durch das Gebäude anbietet, registriert besorgt den schleichenden Zerfall.

Der Vorsitzende des Kleinmachnower Bauauschusses Matthias Schubert (SPD). 
Der Vorsitzende des Kleinmachnower Bauauschusses Matthias Schubert (SPD). Foto: Johanna Bergemann

Dabei sieht der Deal, wie Schubert den städtebaulichen Vertrag zwischen der Gemeinde und dem Besitzer der Immobilie, der Hakeburg GmbH nennt, klare Regeln vor. Die bis zu fünf Millionen Euro teure Sanierung soll durch den Verkauf der Luxusimmobilien refinanziert werden. So dürfen die geplanten 18 Luxus-Eigentumswohnungen in der Hakeburg und in zwei noch zu bauenden Stadtvillen im Innenhof erst dann genutzt werden, wenn der Investor gemäß den Auflagen des Denkmalschutzes die Fassade und das Dach saniert hat.

Investor hat für sein Vorhaben erst jetzt grünes Licht

Einen Zeitplan für die Sanierung sieht der jüngst von den Gemeindevertretern beschlossene städtebauliche Vertrag nicht vor. Jedoch betonen sowohl die Kleinmachnower Verwaltung als auch der Geschäftsführer der Hakeburg GmbH, Bernd Ehret, dass es bereits im kommenden Jahr losgehen soll. Man warte nur noch auf die Baugenehmigung, so Ehret. Und die konnte erst jetzt gestellt werden, weil das Gemeindeparlament den geänderten Bebauungsplan erst jetzt abgesegnet hat. Das Planwerk sieht wie berichtet vor, dass auch weiterhin Fußgänger die Hakeburg als Ost-West-Verbindung durch den Ort nutzen können. Zudem soll es Besucherrechte geben, zu wichtigen Räumen dürfen Besuchergruppen nach vorheriger Absprache Zugang bekommen.

Kein Grund zur Beunruhigung? Eingeschlagene Scheiben, überall Graffiti. Die Sorge der SPD in Kleinmachnow um den Zustand des Denkmals Neue Hakeburg sei unbegründet, versichert der Investor. 
Kein Grund zur Beunruhigung? Eingeschlagene Scheiben, überall Graffiti. Die Sorge der SPD in Kleinmachnow um den Zustand des...Foto: Sebastian Gabsch

Dass die Hakeburg derzeit in einem so maroden Zustand sei, wäre zwar bedauerlich, sei aber für leerstehende Immobilien dieser Art nicht ungewöhnlich. Da mit der Sanierung „bis auf die Grundmauern nahezu alles erneuert wird“, sei die Sorge der SPD unberechtigt, beruhigt Ehret. Und auch die Denkmalschützer geben Entwarnung. Man sei mit der Architektin des Investors im Gespräch, heißt es von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Regelmäßig würde ein Mitarbeiter in Kleinmachnow vorbeifahren, um sich von außen selbst ein Bild der Lage zu machen. Die Lage sei „nicht dramatisch“. Es sei vielmehr ein „natürlicher Prozess der eintritt, wenn ein Haus jahrelang nicht genutzt wird“.

Bis auf die Grundmauern will der Investor alles erneuern.
Bis auf die Grundmauern will der Investor alles erneuern.Foto: Sebastian Gabsch

Das einstige Anwesen der Familie von Hake gehört bereits seit dem Jahr 2006 privaten Investoren, unter anderem der internationale Immobiliengesellschaft Orco, die wiederum gründete eigens für die Entwicklung der Hakeburg eine Tochtergesellschaft, die Vivaro GmbH. 

Mittlerweile gehört das Anwesen der Hakeburg GmbH. Wechselnde Besitzverhältnisse und viele Diskussionen um die Pläne des Anwesens haben viele Kleinmachnower im Laufe der Jahre immer kritischer werden lassen. Die Nutzung der Hakeburg beschäftigt die Gemeinde seit der Wende.

Ein städtebaulicher Vertrag aus dem Jahr 2009 für das Anwesen sah vor, dass auf dem Areal ein Hotel errichtet werden sollte. Als jedoch klar war, dass sich an der Stelle ein Hotel nicht lohnen würde, wurde auf Wohnbebauung umgeschwenkt. Rund zehn Jahre später steht der Bebauungsplan. Und selbst diejenigen, die derzeit besorgt sind, wissen auch, dass teure Eigentumswohnungen nur in einem schicken Umfeld vermarktet werden können. Sie hoffen, dass der Investor sein Wort hält, und spätestens 2019 mit der Sanierung beginnt. Denn eine Ruine als Wahrzeichen Kleinmachnows will niemand.