Potsdam-Mittelmark : Unternehmer loben Freundlichkeit Wirtschaftsförderung soll aber mehr informieren

Andreas Koska

Potsdam-Mittelmark - Die Freundlichkeit der Verwaltungsmitarbeiter ist offenbar höher als deren Kompetenz – so kommentierte Landrat Wolfgang Blasig ein Ergebnis der Umfrage über die Kundenzufriedenheit mit der Wirtschaftsförderung im Landkreis Potsdam-Mittelmark, die jüngst vorgestellt worden ist.

Demnach geben die mittelmärkischen Unternehmer der Wirtschaftsförderung bei der Kundenfreundlichkeit die Note 1,5, bei „Informationen zu neuen Entwicklungen/Regelungen“ liegt sie eine ganze Note tiefer. „Wir stehen gerade zwischen zwei Förderperioden und sind deshalb noch nicht aussagefähig“, beschwichtigte Martin Rätz. Der Regionalleiter Wirtschaftsförderung vertröstet auf den April 2015. Dann soll zum nächsten „Treffpunkt Wirtschaft“ eingeladen werden, auf dem die neuen Förderrichtlinien umfassend erklärt werden sollen.

An der Umfrage, die zwischen Juli und September durchgeführt worden ist, beteiligten sich 705 Unternehmen. Im Vergleich zu einer Erhebung vor vier Jahren, bei der die Verwaltung eine Gesamtnote von 3,4 erhielt, hat man dieses Mal wesentlich besser abgeschlossen. „Unser Ziel war eine 2,5, herausgekommen ist eine Durchschnittsnote von 2,0“, so Rätz. Zukünftig werde es schwierig, das Ergebnis noch zu toppen. So sehr von den Unternehmern die örtliche Erreichbarkeit der Mitarbeiter gelobt wird, so sehr wurde der Internetauftritt und die Benutzerfreundlichkeit kritisiert. „Mit dem neuen Internetauftritt des Landkreises dürfte es sich ändern“, glaubt der Wirtschaftsförderer.

Kritik gab es auch an der Betreuung der bestehenden Betriebe und Firmen, von denen immerhin drei Viertel schon den Kontakt zur Wirtschaftsförderung gesucht haben oder suchen wollen. Dabei herrscht in Potsdam-Mittelmark eine kleinteilige Struktur vor. Rund ein Viertel der Betriebe ist im Dienstleistungssektor tätig, 16,5 Prozent sind im Tourismus aktiv, danach folgt der Handel mit elf Prozent. Deshalb dürfe es nicht verwundern, dass knapp die Hälfte der Firmen weniger als zehn Mitarbeiter haben und nur bei 6,2 Prozent mehr als 250 Angestellte auf der Lohnliste stehen. Auf jeden Fall will man in der Wirtschaftsförderung am Ball bleiben und die Kritik aufnehmen. Deshalb versprach Martin Rätz, dass man auf eine E-Mail innerhalb von 24 Stunden reagieren will und einem Besuchswunsch innerhalb von drei Tagen nachkommen wird. Hochgesteckte Ziele, die für Rätz aber eine mittelstandsfreundliche Verwaltung ausmachen. Andreas Koska