Träger zieht sich zurück : Tee- und Wärmestube in Werder (Havel) in Not

Die EvB Sozial stellt ihr Engagement für die Tee- und Wärmestube in Werder (Havel) zum Jahresende ein. Der Träger beklagt sich über zu geringe Fördermittel. Die Stadt wehrt sich gegen die Kritik.

Noch fungiert die EvB Sozial als Träger der Stube.
Noch fungiert die EvB Sozial als Träger der Stube.Foto: Ottmar Winter

Werder (Havel) - Der Tee- und Wärmestube in Werder (Havel) droht das Aus. Die Ernst von Bergmann Sozial gGmbH zieht sich als Träger zurück und beendet ihr Engagement zum Jahresende. Die EvB Sozial bemängelte in einer Mitteilung zu geringe finanzielle Fördermittel seitens der Stadt. Werders Vize-Bürgermeister Christian Große (CDU) wies diese Darstellung zurück.

Die EvB Sozial fungiert seit 2014 als Träger der Tee- und Wärmestube. In den vergangenen Jahren seien der Tochtergesellschaft der Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH jährliche Fehlbeträge von bis zu 27.000 Euro entstanden.

Keine Förderung durch Arbeitsagentur

Zudem habe die EvB Sozial zwei Stellen streichen müssen, nachdem die Förderung über die Arbeitsagentur nach 2018 weggefallen war. "Ein Ausgleich des Personals konnte aufgrund fehlender Mittel nicht erfolgen", teilte der Träger mit. Eine finanzielle Schieflage der EvB Sozial müsse unbedingt vermieden werden, sagte Geschäftsführer Peter Koske.

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Große wehrte sich gegen die Kritik. "Die Tee- und Wärmestube in Werder finanziert sich aus einem Zuschuss in Höhe von 50.000 Euro des Landkreises, der hier als Aufgabenträger fungiert", so der CDU-Politiker. Zudem erhält die Einrichtung laut des Vize-Bürgermeisters jährlich 5000 Euro für Miete- und Betriebskosten von der Stadt, die sich auch mit Spenden am Betrieb der Stube beteiligt.

In diesem Jahr sei dem Träger ein Zuschuss von 20.000 Euro gewährt worden. Die Gesamtsumme von 25.000 Euro war der EvB Sozial auch für das kommende Jahr in Aussicht gestellt worden. Das reichte der EvB Sozial anscheinend nicht aus. 

Die Stube bietet Menschen in Not Hilfe. 
Die Stube bietet Menschen in Not Hilfe. Foto: Andreas Klaer

Stadt und Kreis wollen neues Konzept erstellen

In diesem Jahr habe der Träger in mehreren Schritten eine Erhöhung des städtischen Zuschusses auf 67.197,50 Euro gefordert, so Große. "Diese Erhöhung war für die Stadt weder nachvollziehbar, noch vergaberechtlich oder haushalterisch darstellbar. Ob und wie sich die EvB Sozial beim Landkreis oder anderen Trägern um eine höheren Zuschuss bemüht hat, war für die Stadt Werder nicht ersichtlich", teilte Werders 1. Beigeordneter mit. Eine Zusammenlegung der Stube mit dem Begegnungs-, Bildungs- und Beratungszentrum Treffpunkt, den die EvB Sozial für die Stadt betreibt, sei von der EvB Sozial offensichtlich nicht geprüft worden, so Große. Der Treffpunkt wird von der Stadt mit jährlich 60.000 Euro gefördert.

Die EvB Sozial stellt ihr Engagement zwar zum 31. Dezember 2020 ein, beschlossene Sache ist das Ende der Tee- und Wärmestube aber nicht. Stadt und Landkreis wollen den Betrieb der Stube in Verbindung mit dem Treffpunkt ausschreiben. Auch ein neues Konzept soll erarbeitet werden. Klar ist: Sollte die Tee- und Wärmestube Bestand haben, benötigt sie eine neue Führung. Leiterin Martina Müller geht zum Jahresende in den Ruhestand.


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