Teltower Sabersky-Park : Streit um Teltower Villengarten

Die Teltower möchten den Sabersky-Park gerne erhalten - die Grundstückserben wollen die Fläche jedoch bebauen.

Zankobjekt. Die Teltower wollen den Sabersky-Park erhalten.
Zankobjekt. Die Teltower wollen den Sabersky-Park erhalten.Foto: Manfred Thomas

Teltow - Mehr als 400 Unterschriften haben die Bewohner Teltow-Seehofs zur Rettung des Sabersky-Parks gesammelt. Nun gibt es auch seitens der Stadtverordneten konkrete Pläne zum Erhalt. Um das Areal an der Lichterfelder Allee vor einer Bebauung zu schützen, soll es mit einem Grünordnungsplan belegt werden. „Wir wollen, dass der frühere Park wieder angelegt wird“, begründete der Linke-Politiker Reinhard Frank diesen Schritt. Derzeit wird ein entsprechender Antrag der SPD und der gemeinsamen Fraktion aus Linken/Umweltaktiven/BfB und Piraten in den Gremien diskutiert. Die Fachausschüsse folgten dem Vorschlag bereits.

Der Vertreter der Grundstückserben, Florian Lewens, kündigte angesichts der Pläne indes das Ende der Gespräche an. „Wir sehen keine Möglichkeit mehr für einen Kompromiss und werden uns die Rechtslage vom Gericht erklären lassen“, meinte er.

Wie berichtet hatte der einst den Gutshof der jüdischen Großgrundbesitzer Max und Albert Sabersky umgebende Park nach langem Streit Ende 2017 seinen sechs Jahre zuvor anerkannten Denkmalstatus verloren. Vor dem Potsdamer Landgericht schlossen die Grundstückserben mit dem Brandenburger Landesdenkmalamt einen entsprechenden Vergleich. Auch wenn die Teltower nicht daran zweifeln, so hatte sich eben nicht eindeutig belegen lassen, dass der Garten nach Plänen des Königlichen Hofgärtners Theodor Carl Gustav Nietner (1823–1893) angelegt worden war und deshalb zu schützen sei.

„Die Gefahr, dass das Areal trotzdem zur Baufläche wird, ist zu groß“

Die Bewohner Teltow-Seehofs hatten die Eintragung in die Landesdenkmalliste forciert, nachdem die Grundstückserben Pläne hegten, das umliegende und auch Teile des Parkensembles zu bebauen. 13 Häuser sind bereits entstanden, um weitere wird seitdem gestritten.

Der Sabersky-Park stelle mit rund 1,5 Hektar die derzeit größte Waldfläche im Norden Teltows dar und sei mit wertvollem, teils altem Baumbestand bewachsen, heißt es in dem Antrag. Einen Verlust könne sich Teltow als eine der waldärmsten Städte Deutschlands nicht leisten. Dass der Park im Flächennutzungsplan als Wald ausgewiesen ist, reiche dabei nicht. „Die Gefahr, dass das Areal trotzdem zur Baufläche wird, ist zu groß“, argumentiert Reinhard Frank.

Der Seehofer und Mitinitiator der Unterschriftenaktion Wolfgang Köhn begrüßte den Vorstoß: Mit dem Grünordnungsplan könne die Stadt verbindlich festlegen, was in dem Wald künftig möglich ist. Bis hin zu Pflegemaßnahmen, erklärte er. Aus dem Blickwinkel der Grundstückserben betrachtet sei das Vorgehen jedoch „nicht nett“, entgegnet Erben-Vertreter Florian Lewens. In den 1930er-Jahren seien sie mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt worden und hätten nach der Wende mehr als 20 Jahre um ihre Grundstücke kämpfen müssen. Er bereite nun eine weitere Klage vor.

Eigentümer wollen Grundstücke bestmöglich verwerten

Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg, das Ende 2016 in einem anderen Fall in Teltow-Seehof den Sabersky-Erben Recht gegeben hatte, sieht er sich gestärkt. Diese hatten ein Waldstück westlich der Max-Sabersky-Allee bebauen wollen und sich auf einen Parzellierungsplan aus dem Jahr 1935 berufen. Nach Ansicht des Gerichts besitze dieser noch heute Gültigkeit. „Das trifft auf uns genauso zu“, meint Lewens. Auch für die von ihm verwalteten Flächen hätte es früher schon Baurecht gegeben. An den Absichten der Eigentümer, die Grundstücke des Gutshofs bestmöglich zu verwerten, hätte sich nichts geändert, erklärte er.

Ein neues Einfamilienhaus könnte schon in Kürze am Sabersky-Park entstehen. Für das Grundstück mit der ehemaligen Konsum-Baracke an der Fritz-Reuter-Straße gäbe es bereits einen Bauvorbescheid. Wie berichtet hatten die Grundstückserben dieses verkauft, nachdem sich Pläne für ein Café in dem 1975 als Backwarenverkaufsstelle eröffneten DDR-Bau nicht verwirklichen ließen. Inzwischen ist die zuletzt zur Müllhalde verkommende Baracke abgerissen. 

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