Teltow : Radstreifen auf der Oderstraße

Teltow will mit einer Fahrbahnmarkierung den Unfallschwerpunkt in der Oderstraße entschärfen. Zustimmung gibt es vom Fahrradclub ADFC.

Immer wieder brenzlig. In der Oderstraße leben Radfahrer gefährlich. Vor allem beim Abbiegen von Pkw über den Radweg kommt es immer wieder zu Unfällen.
Immer wieder brenzlig. In der Oderstraße leben Radfahrer gefährlich. Vor allem beim Abbiegen von Pkw über den Radweg kommt es...Foto: Andreas Klaer

Teltow – Die Stadt Teltow will sich einem ihrer größten Unfallschwerpunkte annehmen und zunächst auf der südlichen Fahrbahn der Oderstraße einen Schutzstreifen für Radfahrer markieren. Zwar müssen die Gremien noch über den Vorschlag entscheiden, jedoch gilt es als wahrscheinlich, dass die Stadtverordneten der relativ schnell umsetzbaren und als dringend angesehenen Investition in Höhe von 9500 Euro zustimmen werden. „Die aktuell zu diskutierende Variante ist kurzfristig realisierbar und kann ohne bauliche Maßnahmen und ohne Grunderwerb umgesetzt werden“, sagte Stadtsprecherin Andrea Neumann. Eine weitere Option, die etwas mehr Zeit benötige und umfangreichere Eingriffe nach sich ziehe, sei in Arbeit und werde im Laufe des Jahres in die Diskussion gebracht, erklärte sie. Zu den Details äußerte sie sich noch nicht.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC), der in der Vergangenheit immer wieder gefordert hatte, Radfahrer beidseits direkt auf der Oderstraße zu führen, erwartet, dass sich die Situation vor Ort nach Umsetzung der Pläne deutlich entspannt. Zurzeit wird es auf der an der Teltower Marina und dem anschließenden Gewerbegebiet TechnoTerrain vorbeiführenden Oderstraße vor allem zwischen Warthe- und Boberstraße eng und gefährlich, wo regelmäßig Lieferwagen und Autos beim Abbiegen zu den Parkplätzen der Super- und Einkaufsmärkte den Radweg kreuzen, den sich zudem aus beiden Richtungen kommende Radler teilen müssen.

Mit 52 Unfällen in den vergangenen sechs Jahren weise die Oderstraße mehr als anderthalbmal so viele Unfälle mit Radfahrern auf wie die im Ranking folgenden unfallträchtigsten Straßen – etwa die Mahlower Straße oder die Potsdamer Allee. Insgesamt würden sich hier nach Angaben des Fahrradclubs zehn Prozent aller Verkehrsunfälle in der Region ereignen (die PNN berichteten).

Der Sprecher der Teltower ADFC-Ortsgruppe, Stefan Overkamp, zeigte sich mit der von der Stadt Teltow beabsichtigten Lösung zufrieden. Im Ergebnis entspreche sie unseren Vorstellungen, erklärte er. „Nicht im Sinne einer Ideallösung für alle Zeiten, aber im Sinne einer Lösung, die geeignet ist, jetzt unmittelbar und schnell ein Angebot für Radfahrer an der Oderstraße einzurichten, um den Unfallschwerpunkt zu entschärfen.“

Die Diskussion um die Oderstraße hatte im vergangenen Jahr an Fahrt gewonnen, nachdem der ADFC unter Angabe der Unfallzahlen und aktueller Ereignisse auf die Dringlichkeit verwies. Nach einer Verkehrsschau hatte die Stadt das Architektenbüro Bauerconsult beauftragt, verschiedene Varianten zu erarbeiten. Neben der Radspur auf der Fahrbahn beinhalten die Lösungsoptionen auch zwei getrennte Radwege beidseits der Oderstraße, die jedoch nur mit deutlich höheren Kosten und größerem zeitlichem Aufwand zu realisieren sind.