Potsdam-Mittelmark : Teltow prüft Bau eines Parkhauses

Machbarkeitsstudie soll in dieser Woche vorliegen. Bürgermeister erwägt Gebührenerhebung

Ingmar Höfgen
Und darüber ein Parkhaus? Nicht jeder Autofahrer findet einen Parkplatz am S-Bahnhof Teltow. Die Stadt prüft als Option auch ein Parkhaus. 
Und darüber ein Parkhaus? Nicht jeder Autofahrer findet einen Parkplatz am S-Bahnhof Teltow. Die Stadt prüft als Option auch ein...Foto: Andreas Klaer

Teltow – Jeden Werktag in der Früh beginnt am S-Bahnhof Teltow die Jagd nach Parkplätzen. Pendler ärgern sich regelmäßig über Anwohner, die ihren Wagen auf dem P+R-Parkplatz an der Gonfrevillestraße abstellen. Aber auch deren Parkraum ist offenbar knapp. Dieses drängende Problem will die Stadt nun offensiv angehen. Die Zahl der Stellplätze soll sich in Zukunft spürbar erhöhen. Geprüft wird, ob über den P+R-Stellplätzen ein Parkhaus errichtet werden könnte. Das sagte Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) den PNN.

Auch auf einer Fläche der Stadt an der Mahlower Straße, rund 150 Meter vom S-Bahnhof entfernt, sollen bis 2014 rund 40 neue Plätze errichtet werden. Nicht nur im Rathaus wurde der große Bedarf erkannt. Die Wohnungsgenossenschaft habe die alte Rewe-Kaufhalle gekauft, wolle sie abreißen lassen und auch dort neue Parkplätze schaffen, so Schmidt.

Für das wohl ambitionierteste der Projekte, das Parkhaus, soll die Analyse eines Ingenieurbüros in dieser Woche vorliegen. Geprüft wird unter anderem, ob trotz des eingeschränkten Platzangebotes ein zwei- oder dreigeschossiges Parkhaus in Ständerbauweise errichtet werden könnte. Bürgermeister Schmidt will unter anderem geklärt haben, wie Zu- und Abfahrten aussehen könnten. Schließlich dient das Ende des Parkplatzes auch als Wendepunkt für den Linienbus, der ebenfalls noch unter einem Parkdeck problemlos hindurchfahren sollte.

Umsonst wären die Stellplätze auf Parkhaus-Etagen wohl nicht zu haben. Diese seien „sicherlich vermarktbar“, denkt Schmidt auch über Gebühren nach. Die letzte Entscheidung haben die Gemeindevertreter, so der Bürgermeister. Zum Vergleich: Für den Nutheparkplatz am S-Bahnhof Potsdam-Hauptbahnhof kostet ein Monatsticket 27 Euro.

Das aber löst die Probleme der Pendler nicht kurzfristig. Möglichkeiten, die Nutzung der 60 P+R-Plätze an der Gonfrevillestraße zeitlich einzuschränken, gebe es nicht, so Schmidt. Teltow hat sich den Bau des öffentlichen Parkplatzes fördern lassen, die Fördermodalitäten lassen eingeschränkte Parkzeiten nicht zu. Bei Verstößen droht die Rückzahlung von Fördermitteln. Auch eine Gebührenerhebung könnte dazu führen.

Deshalb erteilte Schmidt derzeit kursierenden, anonymen Vorschlägen eine Absage, bei denen Pendler gegenüber Anwohnern bevorteilt werden sollten. Eine Idee lautet, dass Pendler, die mindestens 1000 Meter vom S-Bahnhof entfernt wohnen, eine Parkplakette erhalten, wenn sie VBB-Monatskarte, Meldebestätigung und Registrierung bei der Stadt vorweisen; mit dieser Plakette wären sie berechtigt, in Spitzenzeiten auf dem P+R-Parkplatz zu stehen.

Einige Parkplatzsuchende haben schon einen anderen Standort gefunden: Sie stellen ihr Auto am Rand der Gonfrevillestraße ab, der fließende Verkehr muss abbremsen, ausweichen und warten. Inzwischen herrscht auf der einen Straßenseite ein Halteverbot. Bürgermeister Schmidt geht davon aus, dass das Verkehrsamt nun auch auf der anderen Seite tätig wird, nachdem die Pendler dorthin ausweichen. Grundsätzlich ist das Parken am Rand innerorts erlaubt, wenn es nicht durch Verkehrszeichen eingeschränkt wird.

Um einen anderen Ausweichort am S-Bahnhof gibt es für die Pendler inzwischen weniger Ärger: Beim Discounter Netto hat das Ordnungsamt zuletzt kaum noch die einstündige Zeitbeschränkung kontrolliert. Dies geschehe nur, wenn der Discounter darum bitte, sagte Schmidt. Viele Autofahrer verzichten darauf, eine Parkscheibe in das Auto zu legen. Statt den Pendlern fehlt nun potenziellen Netto-Kunden der Platz. Dass Pendler nicht mit dem Fahrrad oder den Bussen zum S-Bahnhof kommen, versteht auch Schmidt nicht in Gänze. Quasi als Motivationsschub sollen am Bahnhof mehr Fahrradständer aufgestellt werden – und möglichst für jeden reichen.