Teltow : Beim Volltanken Strom sparen

Kleinmachnows Beauftragter für E-Mobilität hat neues Sparpotenzial für Besitzer von Elektroautos entdeckt: Ein günstiger Tarif ist jetzt auch für Elektroautos nutzbar.

Foto: Andreas Klaer

Kleinmachnow - Kleinmachnows Beauftragter für E-Mobilität hat neues Sparpotenzial für Besitzer von Elektroautos entdeckt. Dabei können diese nicht nur bis zu 40 Prozent ihrer Stromkosten sparen, sondern auch zur Entlastung des Stromnetzes beitragen, sagt er. „Statt über den normalen Hausstrom können Elektroautos jetzt auch zu vergünstigten Tarifen geladen werden“, erklärt der 48-Jährige. Bislang war dies nur für Elektroheizungen oder Wärmepumpen möglich. Grund sei eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes.

Affeldt, der seit 2008 ein Elektroauto fährt und seit dem vergangenen Jahr offizieller Ansprechpartner in Kleinmachnow für die E-Mobilität ist, profitiert bereits von dem niedrigeren Tarif. Im Keller seines Hauses ließ er sich einen zweiten Zähler einbauen. Das Auto lädt er wie bisher über eine an der Außenwand seines Hauses angebrachte Ladestation. Der Strom ist deshalb für ihn günstiger, weil es zwei Mal am Tag Sperrzeiten gibt, zu denen er das Netz nicht anzapfen kann. Einmal gegen Mittag, ein weiteres Mal am frühen Abend, wenn der allgemeine Stromverbrauch am höchsten ist. Für Julian Affeldt kein Problem. „Ich lade nachts um zwei Uhr“, sagt er.

Zu dieser Zeit werde am wenigsten Strom verbraucht. Dafür muss er nicht einmal aus dem Bett steigen, denn das Auto lasse sich programmieren. „So ist es am Beginn des Tages vollgeladen und innen auch noch gewärmt“, erklärt der Kleinmachnower. Statt 30 bis 35 Euro im Monat zahlt er jetzt nur noch die Hälfte für den Auto-Strom. So richtig rechnen werde es sich aber erst, wenn er seine Erdgas- auf eine Wärmepumpenheizung umgerüstet habe, erklärt Affeldt.

Affeldt geht es aber nicht allein um die Ersparnis. Seine Intention ist es, mehr Bewusstsein zu schaffen und zu zeigen, dass das Auto nicht geladen werden muss, wenn das Netz sowieso schon überlastet ist. „Bei einem Ladevorgang verbraucht man ungefähr so viel Strom wie vier bis fünf Haushalte, die zur gleichen Zeit kochen“, sagt er. Auf dem Weg zu mehr Klima- und Umweltschutz sei aber auch der Elektrostrom nur ein Baustein, meint Affeldt. „Ein effektiver Klimaschutz braucht viele Schritte. Das beginnt mit einer ehrlichen Ist-Analyse und endet in einem Maßnahmenkatalog.“ Damit sei eigentlich jede Verwaltung überfordert.

„Es braucht kompetente Partner“, meint er. In Kleinmachnow gäbe es viele gute Einzelmaßnahmen, die jedoch in keinem Kontext stünden, meint er. Mal ein Radweg, vereinzelte Solaranlagen auf Schulhausdächern. Längst gefasste Beschlüsse, etwa für eine Photovoltaik-Anlage auf der Turnhalle der Eigenherdgrundschule oder neue Ladestationen, seien laut Gemeindeverwaltung zwar in Arbeit, aber noch nicht umgesetzt, kritisiert er. „Irgendwann muss man auch mal loslegen“, meint Affeldt. Mit 0,4 Prozent im Bereich der erneuerbaren Energien sei Kleinmachnow derzeit Schlusslicht im Landkreis. Solveig Schuster

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