Superwahljahr 2019 : Wie sich die mittelmärkischen Parteien wappnen

2019 ist das Superwahljahr in Brandenburg. Wie bereiten sich die Parteien in der Region darauf vor? Ein Überblick.

Brandenburger sind in diesem Jahr zur Kommunal-, Europa- und Landtagswahl aufgerufen.
Brandenburger sind in diesem Jahr zur Kommunal-, Europa- und Landtagswahl aufgerufen.Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Neue Gemeindeparlamente, ein neuer Kreistag, neue Ortsbeiräte, ein neuer Landtag und ein neues Europaparlament: 2019 ist das Superwahljahr in Brandenburg. Die ersten Spitzenkandidaten sind bereits aufgestellt. Doch wie sieht es eigentlich an der Basis der mittelmärkischen Parteien aus? Ein Überblick.


Grüne im Aufwand

Der Trend der Grünen im Bund ist auch im mittelmärkischen Kreisverband der Partei zu spüren. So haben die Grünen im vergangenen Jahr 58 neue Mitglieder gewinnen können. 17 Austritte hat der Kreisverband im gleichen Zeitraum verzeichnet. Im Vergleich zu anderen Parteien im Landkreis starten die Grünen damit durchaus erfolgreich. „Nach unserer Einschätzung hat diese Entwicklung drei hauptsächliche Ursachen“, erklärt Kreisgeschäftsführerin Ulrike Wunderlich. Eine zentrale Position nimmt dabei vor allem die seit einem Jahr amtierende Bundesvorsitzende der Partei ein: Annalena Baerbock stehe nicht nur für eine jüngere Generation der Grünen, sondern komme dazu noch aus Brandenburg. So habe es bei der Zahl der Neu-Mitglieder einen deutlichen Aufschwung seit der Neuwahl der Bundesvorsitzenden gegeben. Ein zweiter Aufschwung kam zum Jahresende. Wunderlich erklärt das mit den Folgen des Klimawandels, die das vergangene Jahr deutlich gezeigt habe. Ein weiterer Punkt sei die deutliche Abgrenzung zur AfD. Insgesamt kommen die Grünen derzeit auf 178 Mitglieder. Der mittelmärkische Kreisverband ist damit nach dem Potsdamer der zweitgrößte im Land.


Leichter Rückgang bei der SPD

Die Sozialdemokraten in Potsdam-Mittelmark haben im vergangenen Jahr einen leichten Mitgliederrückgang verzeichnet. 55 Neu-Mitglieder wurden gezählt, 82 verließen den Kreisverband. Insgesamt kommt die SPD damit derzeit auf 784 Mitglieder. „Die Zahlen sind im Großen und Ganzen in den vergangenen Jahren stabil geblieben“, so der Chef der mittelmärkischen SPD, Robert Dambon. Die Zuzugs- und Wegzugsdynamik mancher Regionen spiegele sich in den Mitgliedszahlen wieder. Auch wenn die allgemeine politische Lage im Bund und Land für seine Partei „nicht positiv“ sei, gibt sich Dambon, zumindest was die Kommunalwahlen im Mai angeht, optimistisch: „Das sind Personenwahlen, bei denen es weniger um die Parteizugehörigkeit geht.“ Der Kreisverband ist nach Potsdam der zweitgrößte im Land.


Linke erwarten Zuwachs

Weniger Bewegung hatte die Linke im vergangenen Jahr: Der Kreisverband hatte vier Eintritte, gleichzeitig seien vier Mitglieder gestorben. Andere Austritte habe es nicht gegeben, insgesamt hat die Linke 373 Mitglieder. „Wir erwarten auch insgesamt für den Landesverband in 2019 mit einem voraussichtlich sehr zugespitzten Landtagswahlkampf wieder einen Anstieg der Neueintritte“, so Stefan Wollenberg aus der Landesgeschäftsführung der Linken. Im brandenburgweiten Vergleich liegt der mittelmärkische Kreisverband an achter Stelle von insgesamt 17 Kreisverbänden. Mitgliederstärkster Verband ist Potsdam mit 661 Genossen.


Neue Gruppen bei Freien Wählern

Aussagen zu den einzelnen Freien Wählergruppen sind schwierig, jedoch sind sie zum Großteil bei der im Landtag sitzenden Partei Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen/Freie Wähler (BVB/FW) zusammengeschlossen. 2018 haben die dazugehörigen mittelmärkischen Wählergruppierungen rund 15 Mitglieder neu dazugewonnen und kommen so auf 101 Mitglieder. Im landesweiten Vergleich ist Potsdam-Mittelmark auch hier der zweitstärkste Verband. Jüngst hinzugekommen sind unter anderem die Freien Bürger Werder (Havel) sowie Bürger für Bürger aus Schwielowsee. Der Landtagskandidat für Potsdam-Mittelmark der BVB/FW ist der Fichtenwalder Winfried Ludwig, der seit Jahren gegen die Aufstellung von Windrädern im Wald kämpft.


CDU schweigt

Zu Ein- und Austritten ebenso wie zur Zahl der Mitglieder will sich der Kreisverband der mittelmärkischen CDU auf Anfrage nicht äußern. Schätzungen gehen von rund 600 Mitgliedern aus.


AfD wächst langsam

Der Kreisverband der AfD kommt derzeit auf 79 Mitglieder, sechs Eintritte hat es im vergangenen Jahr gegeben. Die Zahl der Austritte seit Parteigründung 2013 liegt indes bei 51.