Potsdam-Mittelmark : Stückener Jugend sucht Bleibe

Klaus-P. Anders

Michendorf · Stücken - Entgegen eines in der Michendorfer Verwaltung erarbeiteten Papiers mit dem Titel „Gesamtkonzept der Jugendarbeit in der Gemeinde Michendorf“ ist die Situation der Jugendlichen in Stücken keinesfalls gelöst. Darauf wurde in der Ortsbeiratssitzung am Dienstagabend aufmerksam gemacht. Zwar komme nun der eigens dafür beschäftigte Sozialarbeiter einmal wöchentlich in den südlichsten Teil des Gemeindeterritoriums, um mit den Jugendlichen etwas Freizeit sinnvoll zu verbringen.

Doch das findet bisher in einem bestuhlten Raum mit einem Tisch statt, in dem sonst Ortsbeirat und Kita-Ausschuss tagen und den sich zudem noch der Heimatverein, das Blasorchester, die Feuerwehr, die Jugendfeuerwehr und der Fußballclub teilen müssen. Abgesehen von dem dürftigen Ambiente stehen zu wenig geeigneten Zeiten für Jugendfreizeit zur Verfügung, wie es hieß.

Der Ortsbeirat sucht nun händeringend eine geeignete Räumlichkeit, die eigentlich wenige Voraussetzungen braucht. Strom, Toilette sowie Küche und „etwas größer und separat, dass man auch mal Musik hören kann“ sind die Prämissen der Stückener Jugendlichen, die zur Ortsbeiratssitzung erschienen, um ihre Wünsche zu artikulieren.

Auch ein Stellplatz für einen oder zwei Container würde helfen. Anschaffung und Umbau würden sich die Jugendlichen mit Hilfe ihrer Eltern selbst zutrauen. Sechs der derzeit etwa 20 Jugendlichen, die sich gegenwärtig zusammenfinden, haben einen Jugendleiterlehrgang absolviert und erhalten in den nächsten Tagen ihren Abschluss. Damit seien die Voraussetzungen geschaffen, sich auch ohne „Erwachsenenaufsicht“ zusammenzufinden. Der Ortsbeirat will nun nochmals alle eigenen Möglichkeiten prüfen, ehe die Hilfe der Verwaltung beziehungsweise Gemeindevertretung in Anspruch genommen werden soll.

Bedauert wurde, dass die Naturparkverwaltung unlängst ein geeignetes Gebäude ohne Wissen des Ortsbeirates oder der Verwaltung abgerissen habe, das geeignet gewesen wäre. Nach der neuen Bauordnung sind Abrissgenehmigungen nicht mehr nötig, führte Bauamtsleiter Karl-Heinz Oed aus. Klaus-P. Anders