Strecke zwischen Berlin und Potsdam : Linke für Wiederaufbau der Stammbahn

Noch äußert sich die brandenburgische Landesregierung zurückhaltend zur Stammbahn. Die Linke und die CDU wollen das Thema voranbringen.

Stammbahn. Bäume versperren die ungenutzte Bahntrasse in Zehlendorf.
Stammbahn. Bäume versperren die ungenutzte Bahntrasse in Zehlendorf.Foto: A. Klaer

Kleinmachnow / Potsdam - Brandenburgs Linke wollen eine genauere Untersuchung des Nutzens eines Wiederaufbaus der Stammbahn. „Es gibt gute Gründe, warum die Trasse über mehrere Generationen hinweg freigehalten wurde“, sagte die verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion, Anita Tack, am gestrigen Donnerstag im Infrastrukturausschuss des Landtags. Die Stammbahn von Potsdam über Kleinmachnow nach Berlin könne die wachsende Region gut vernetzen, so Tack. Ihre Fraktion habe schon immer eine Untersuchung der Stammbahn gefordert.

Die Stammbahn war von der CDU auf die Tagesordnung des Ausschusses gebracht worden. „Die Landesregierung hat sich bisher zum Thema sehr zurückgehalten, auch auf Brandenburger Seite gibt es aber viele Initiativen für einen Wiederaufbau“, so Antragssteller Rainer Genilke (CDU). Er wolle wissen, wie realistisch der Wiederaufbau ist und was er dem Land kosten könnte. „Ehe man mit den Initiativen ins Gespräch kommt und Versprechungen macht, brauchen wir diese Zahlen“, so Genilke gegenüber den PNN.

Studie prüft die Stammbahn zwischen Berlin und Potsdam

Er muss sich jedoch noch etwas gedulden. Auf seine Anfrage hin hielt sich Ministerin Kathrin Schneider (SPD) – wie auch bisher zu dieser Frage bedeckt und verwies auf die laufende Korridorstudie des Verkehrsverbundes Berlin Brandenburg, in der neben der Stammbahn mehrere Ausbauvarianten für den Nahverkehr zwischen Berlin und Brandenburg geprüft werden. Mit Ergebnissen sei im ersten Quartal 2016 zu rechnen.

Nach der Studie werde man Schneider zufolge wissen, für welche Strecken man Kosten-Nutzen-Analysen anstellt. Schneider verwies auf die baulichen Herausforderungen, so müsse die Stammbahn in Berlin über mehrere Straßen und Bahnlinien geführt werden sowie auf Brandenburger Seite den Teltowkanal und die Autobahn 115 überqueren. „Wir sind derzeit aber weder für einen Wiederaufbau, noch dagegen“, so die Ministerin.

Der Berliner Senat hat sich unterdessen für eine neue Untersuchung der Wirtschaftlichkeit des Wiederaufbaus ausgesprochen. Auch die Bahnchefs von Berlin und Brandenburg sind wie berichtet für den Wiederaufbau der ersten Bahnstrecke Preußens, die 1838 errichtet wurde und seit 1945 nicht mehr durchgängig betrieben wird.