Potsdam-Mittelmark : Stolperstein für Gertrud Feiertag Hauptausschuss für Gedenkplatte in Caputh

T. Lähns

Schwielowsee - Mit einem so genannten Stolperstein soll ab dem kommenden Jahr der Caputher Reformpädagogin und früheren Leiterin des jüdischen Landschulheims Gertrud Feiertag gedacht werden. Ein entsprechender Antrag soll am 17. Dezember der Gemeindevertretung Schwielowsee vorgelegt werden. Der Hauptausschuss votierte am Mittwochabend bereits einstimmig dafür.

Die zehn mal zehn Zentimeter große Messingplatte soll am 10. März von dem Kölner Künstler Gunter Demnig in das Pflaster des Gehweges in der Potsdamer Straße, direkt vor dem ehemaligen Landschul- und heutigen Kinderheim eingelassen werden. Demnig ist Gründer der „Stolperstein-Bewegung“, mittlerweile gibt es mehr als 12 000 solcher Platten in über 300 Orten in Deutschland, den Niederlanden, Österreich und Ungarn. Erinnert wird damit an die Opfer der NS-Zeit, jeweils direkt vor deren letzten Wohnorten. Die Caputher Platte soll den Schriftzug „Hier wohnte und lehrte Gertrud Feiertag vom 1. Mai 1931 bis 10. November 1938“ tragen. An dem zweiten Datum, dem Tag nach der Progomnacht, mussten die Kinder mit ihren Erziehern und Lehrern in den Wald fliehen, nachdem am Morgen aufgestachelte Caputher das Haus gestürmt hatten. Gertrud Feiertag ist deportiert und 1943 in Auschwitz ermordet worden.

Feiertag setzte in Caputh moderne Ideen von einem gemeinsamen Lernen um. Das Landschulheim blieb bis zuletzt eine Zufluchtsstätte für jüdische Kinder im immer feindseliger werdenden Nazi-Deutschland. Am 10. November dieses Jahres ist das hiesige Jugendhilfezentrum „Anne Frank“, welches sich nun in den historischen Mauern befindet, in Jugendhilfezentrum „Gertrud Feiertag“ umbenannt worden (PNN berichteten). Mit dem Stolperstein solle nun ein weiteres Mahnmal entstehen, so die Beschlussbegründung, denn nur durch ständige Hinweise und Aktionen könne die Erinnerung wach gehalten werden. T. Lähns