Stahnsdorf : Tierschützer kritisieren Foto-Aufruf vom Bürgermeister

Ende März brannte in Stahnsdorf ein Jägerhochsitz. Bürgermeister Bernd Albers hat daraufhin einen Foto-Aufruf gestartet, den die Tierschützer "eines demokratischen Politikers unwürdig" finden.

Stahnsdorfer Bürgermeisters Bernd Albers (Bürger für Bürger).
Stahnsdorfer Bürgermeisters Bernd Albers (Bürger für Bürger).Foto: Andreas Klaer

Stahnsdorf - Der Aufruf des Stahnsdorfer Bürgermeisters Bernd Albers (BfB), Autos mit fremden Kennzeichen und Tierschutzaufklebern in Stahnsdorf zu fotografieren und dies der Gemeindeverwaltung zu melden, stößt auf Kritik. „Herr Albers nutzt den Vorfall schamlos aus, um Stimmung gegen Tierschützer zu machen“, sagte Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere der Tierschutzorganisation Peta in einer Pressemitteilung am Mittwoch. Grund für Albers Aufruf war der Brand an einem Jägerhochsitz sowie Schmierereien an der Fassade des Stahnsdorfer Rathauses. Albers vermutet militante Tierschützer hinter den Aktionen.

Mit seinem Aufruf stelle Albers Tierschützer unter Generalverdacht und „das ist eines demokratischen Politikers unwürdig“, so Peta. Ärgerlich sei auch, dass Albers nicht die Ermittlungsergebnisse der Polizei abgewartet hätte, bevor er seinen Zeugenaufruf tätigte.

Albers bat jüngst die Stahnsdorfer „um Mithilfe“. Gegenüber der Märkischen Allgemeinen Zeitung sagte er: „Wer abends unterwegs ist, sollte darauf achten, wen er sieht.“ Er rief dazu auf, mit der Handykamera unbekannte Autos in Wohngebieten oder nahe der Felder zu fotografieren. „Ich liebe meine Katze über alles. Aber was hier im Namen des Tierschutzes passiert, geht zu weit“, so Albers. Vor wenigen Tagen hieß es aus dem Rathaus, dass Albers’ Zeugenaufruf bereits Wirkung zeige. So hätte ein Passant den „mutmaßlichen Täter“ am Rathaus beobachtet. Er soll durch seine Vorgehensweise auf den Zeugen professionell gewirkt haben, heißt es in der Pressemitteilung. Allerdings: Er soll zu Fuß geflüchtet sein – der Zeuge sah keinen Wagen mit fremdem Nummernschild.