Spannungen zwischen Deutschland und Russland : Teltow legt mögliche russische Städtepartnerschaft auf Eis

Wegen der aktuellen Spannungen im deutsch-russischen Verhältnis nach dem Mordanschlag auf Alexej Nawalny, hat Teltow eine russische Städtepartnerschaft erst einmal verschoben.

Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt hat seinen Antrag für eine russische Städtepartnerschaft zurückgezogen (Archivbild). 
Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt hat seinen Antrag für eine russische Städtepartnerschaft zurückgezogen (Archivbild). Foto: Sebastian Gabsch PNN

Teltow - Eine mögliche Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Teltow und einer russischen Stadt ist erst einmal auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Das teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch mit. Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) habe eine entsprechende Vorlage für den Hauptausschuss am Montag zurückgezogen. Der Grundsatzbeschluss sah die Initiierung einer Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Teltow und einer Stadt der föderalen Republik Russland vor. „Der jetzige Zeitpunkt ist aber für einen solchen Grundsatzbeschluss denkbar ungeeignet“, teilte Bürgermeister Schmidt mit Bezug auf die aktuellen Spannungen zwischen Deutschland und Russland mit.

Städtepartnerschaft in Zukunft nicht ausgeschlossen

Dass er den Antrag zurückgezogen hat, bedeute nicht, dass es in Zukunft nicht doch noch eine Städtepartnerschaft mit einer russischen Kommune geben könnte, so Schmidt. Doch hätten die derzeitigen Spannungen im deutsch-russischen Verhältnis nach dem Mordanschlag auf den Kremlkritiker Alexej Nawalny die Diskussion um die Städtepartnerschaft überlagert. „Mich hat das dazu bewogen, den Grundsatzbeschluss zunächst einmal auf Eis zu legen“, so Schmidt. Den Rückzug seines Antrages will der Bürgermeister auch als Signal verstanden wissen, dass die Einhaltung der Menschenrechte und die Verteidigung demokratischer Werte auch auf der kommunalen Ebene unverzichtbar für ein friedliches Zusammenleben sind.

Schmidt hatte die Städtepartnerschaft mit einer russischen Stadt anlässlich der Kranzniederlegung auf den sowjetischen Ehrenfriedhöfen in Teltow am 8. Mai 2020 ins Gespräch gebracht. Denn von städtepartnerschaftlicher Arbeit könne eine aktive Botschaft des Friedens ausgehen, sagte Schmidt damals. Die kommunalen Partnerschaften zwischen Russland und Deutschland stünden „in der Tradition für Versöhnung und Freundschaft in Europa.“ Teltow hat bereits Städtepartnerschaften mit der westfälischen Stadt Ahlen, dem polnischen Zagan und der französischen Stadt Gonfreville-l’Orcher. 2018 wurde außerdem die Städtepartnerschaft zwischen Teltow und der chinesischen Region Rudong eingegangen. Rudong hatte Teltow im April diesen Jahres 30 000 Mund-Nasen-Masken gespendet.


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