SEK-Einsatz in Michendorf : Identität des Verwirrten von der Raststätte geklärt

SEK-Einsatz am Dienstag auf einer Autobahn-Raststätte bei Michendorf. Ein Mann wird von der Polizei angeschossen. Er ist nicht vernehmungsfähig, aber die Beamten wissen jetzt, mit wem sie es zu tun haben.

Anna Kristina Bückmann
Wegen des Polizeieinsatzes war die Autobahn A10 in der Nacht zu Dienstag zwischen den Anschlussstellen Ferch und Michendorf in beide Fahrtrichtungen gesperrt.
Wegen des Polizeieinsatzes war die Autobahn A10 in der Nacht zu Dienstag zwischen den Anschlussstellen Ferch und Michendorf in...oto: Paul Zinken/dpa

Michendorf - Nach einem stundenlangen Einsatz mit Spezialkräften auf dem Rastplatz Michendorf Süd an der A10 im im Landkreis Potsdam-Mittelmark in der Nacht zu Dienstag hat die Polizei die Identität des mutmaßlichen Täters geklärt. Bei dem bewaffneten Mann handele sich um einen 23-jährigen Deutschen, der der Polizei nicht bekannt sei, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Zunächst war die Polizei davon ausgegangen, dass es sich um einen 22-Jährigen handelt. Das Motiv sei weiter unklar. Eine politische Motivation schließe man aber nach bisherigen Erkenntnissen aus, sagte sie Sprecherin.

Das Verhandlungsteam des brandenburgischen Landeskriminalamtes (LKA) war nach den stundenlangen Verhandlungen auf dem Rastplatz in der Nacht zu Dienstag zu dem Ergebnis gekommen, dass sich der Mann in einer psychischen Ausnahmesituation befand. Auch die Staatsanwaltschaft geht nach aktuellem Ermittlungsstand davon aus.

Diensthund mit Messer verletzt

Spezialkräfte der Polizei hatten den Mann angeschossen, um ihn zu überwältigen. Laut Polizei hatte er mit einer Waffe auf die Beamten gezielt und gedroht, Sprengstoff einzusetzen. Nach eigenen Aussagen wollte er viele Menschen töten und sich in die Luft sprengen oder durch Polizeibeamte töten lassen, sollten sich die Beamten nähern. Zudem soll er einen Diensthund mit einem Messer verletzt haben. Laut Polizei konnten die Einsatzkräfte ihn erst in den frühen Morgenstunden überwältigen.

Er kam nach dem Einsatz ins Krankenhaus, wo er notoperiert wurde. Den Angaben nach befindet er sich noch in der Klinik und konnte bisher nicht vernommen werden.

Die Waffe des Mannes stellte sich laut Polizei später als Imitat heraus, auch Sprengstoff wurde demnach nicht entdeckt. (dpa)