Schwielowsee : Auf der Fahrradstraße nach Potsdam

Der Europaradweg in Geltow wird ab Oktober erneuert. Künftig gibt es dort mehr Platz für Radler.

Schwielowsee - Eine gute Nachricht für alle Radfahrer zwischen Werder (Havel), Geltow und Potsdam: Auf einem knapp eineinhalb Kilometer langen Abschnitt soll die Straße Baumgartenbrück in Geltow noch in diesem Jahr zur Fahrradstraße ausgebaut werden. Das bestätigte Schwielowsees Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) den PNN. „Die Ausschreibung für die Arbeiten läuft, Baubeginn ist im Oktober“, so Hoppe.

Derzeit sind die Rampen von der Baumgartenbrücke, die selbst unverändert bleibt und bereits auf beiden Seiten breite Radwege bietet, hinab zur Straße noch mit Betonsteinplatten aus DDR-Zeiten gepflastert. Sie sollen nun an beiden Seiten der Brücke erneuert werden. Zudem soll der Bürgermeisterin zufolge zwischen der Baumgartenbrücke und der Brücke über den Wentorfgraben, kurz vor dem Fähranleger nach Caputh, die Straßendeckschicht erneuert und teilweise verbreitert werden. Zwischen dem Ortsausgang Geltow und dem Wentorfgraben soll die Straße dann Fahrradstraße werden. So bleiben die Wohnhäuser und das Restaurant an der Brücke für alle Verkehrsteilnehmer erreichbar.

100.000 Euro für die Sanierung

Die Arbeiten sollen im Dezember beendet werden. Der Landkreis finanziert die Sanierung vollständig mit 100 000 Euro. Während der Bauarbeiten muss die Straße Hoppe zufolge kurzzeitig voll gesperrt werden, der genaue Zeitraum ist noch offen.

Die Strecke ist Teil des gut ausgeschilderten Europaradweges R1, der in der Region von Potsdam über Geltow, Petzow und Ferch nach Beelitz-Heilstätten führt. Auch der Havelradweg und der Rundweg um den Schwielowsee verlaufen auf dieser Route. Derzeit ist die Strecke normal für den Autoverkehr freigegeben. Radfahrer dürfen hier nur nebeneinander fahren, wenn sie in großen Gruppen von mindestens 16 Menschen unterwegs sind. Auf der Fahrradstraße dürfen sie künftig generell nebeneinander fahren. Die Höchstgeschwindigkeit für alle Verkehrsteilnehmer beträgt 30 Stundenkilometer. Andere Fahrzeuge dürfen die Straße nur benutzen, wenn es durch Zusatzzeichen erlaubt wird. In der Gemeinde gebe es dazu aktuell noch Abstimmungen.

Tourismus-Verband lobt die Umwandlung zur Fahrradstraße

Die Tourismus Mark Brandenburg (TMB) begrüßt die Umwandlung zur Fahrradstraße, die auf Initiative der Gemeinde stattfindet. Bei der landesweiten Radverkehrsanalyse wurden im Jahr 2015 mehrals 230 000 Radfahrer auf der Brücke gezählt. Laut TMB-Sprecher Patrick Kastner ist davon auszugehen, dass ein Großteil der Radler hinter der Brücke auf die künftige Fahrradstraße abbiegt. „Das ist ein für den Radverkehr bedeutendes Wegstück und die Fahrradstraße für den Tourismus am Schwielowsee noch einmal ein großer Sprung“, so Kastner gegenüber den PNN.

Peter Weis vom Fahrradclub ADFC betont, dass neben der Wirkung für den Tourismus auch die Möglichkeit für Radfahrer verbessert wird, die stark befahrene Bundesstraße 1 zu umfahren. „Diese Fahrradstraße ist eine super Idee, die wir nur begrüßen können“, so Weis. Zwar ist der Weg über die Fahrradstraße und weiter am Petzinsee und dem Campingpark Sanssouci entlang in die Potsdamer Innenstadt rund zwei Kilometer länger als der an der Bundesstraße, dafür müssen Radler nicht auf dem schmalen Radweg entlang der B1 durch Geltow fahren und haben auf ihrem Weg keine Ampelkreuzungen.

Ein knapp 800 Meter langer Abschnitt des Radweges zwischen Geltow und dem Bahnhof Pirschheide ist wie berichtet bereits von der Stadt Potsdam saniert und im Mai eingeweiht worden.

Konflikte zwischen Radlern und Fußgängern

Allerdings wird die innerhalb Potsdams direkt am Wasser verlaufende Route bei schönem Wetter auch von Fußgängern stark genutzt, sodass es des Öfteren zu Konflikten zwischen Spaziergängern und Radfahrern kommt. Wer dem Stress im Potsdamer Stadtgebiet entkommen möchte, kann sein Rad aber am direkt am Radweg gelegenen Bahnhof Pirschheide stehen lassen und dort in die Straßenbahn wechseln. 

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