Schwerer Gefahrengutunfall : Ätzender Rohrreiniger bei Ziesar ausgelaufen

Nach einem Auffahrunfall am Mittwoch liefen knapp 25 Tonnen polnischer Rohrreiniger auf die A 2 bei Ziesar. Rund 100 Feuerwehrmänner waren sechs Stunden im Einsatz.  

25 Tonnen polnischer Rohrreiniger sind ausgelaufen
25 Tonnen polnischer Rohrreiniger sind ausgelaufenFoto: Feuerwehr Bad Belzig

Ziesar - Es war ein Einsatz, der den Rettungskräften viel abverlangte: Mit Atemschutzmasken und Schutzkleidung mussten rund 100 Feuerwehrmänner am Mittwochvormittag auf der A 2 bei Ziesar knapp 25 Tonnen Rohrreiniger beseitigen. Die ätzende Flüssigkeit war auf die Fahrbahn ausgelaufen, nachdem ein polnischer Sattelschlepper auf einen Lastwagen vor ihm krachte. Dabei wurde die Ladung aufeinander geschoben, die Flaschen mit Rohrreiniger platzen, sagte Raphael Thon von der Bad Belziger Feuerwehr. Thon ist der Zugführer des 1. Zuges der mittelmärkischen Gefahrenstoffeinheit, die am Mittwochvormittag vor Ort im Einsatz war. 

Die Autobahn wurde für neun Stunden gesperrt. 
Die Autobahn wurde für neun Stunden gesperrt. Foto: Feuerwehr Bad Belzig

Autobahn war neun Stunden gesperrt

Die Autobahn musste im Bereich Ziesar nahe der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt in Fahrtrichtung Hannover für rund neun Stunden gesperrt werden. Der Unfall ereignete sich gegen 11:30 Uhr. Die Rettungskräfte waren bis zu sieben Stunden mit der Beseitigung der Flüssigkeit beschäftigt. Es handelte sich um einen sehr starken Rohrreiniger mit einem pH-Wert von 14, so Thon. 

Der Einsatz dauerte rund sechs Stunden, die Autobahn im Bereich der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt war in Fahrtrichtung Hannover für neun Stunden gesperrt. Es bildeten sich kilometerlange Staus. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand, der Sachschaden jedoch ist immens: die Polizei geht von 150.000 Euro aus. Es kam zu keinen Umwelt- und Fahrbahnschäden. 

Erst im Oktober verunglückte auf der A 2 ein Tiertransporter

Die A2 bei Ziesar geriet bereits im vergangenen Oktober in die Schlagzeilen, damals verunglückte dort ein Tiertransporter mit 600 Ferkeln an Bord - die meisten Tiere überlebten den Unfall nicht. Feuerwehrleute aus dem nahen Sachsen-Anhalt bargen die Kadaver und transportierten sie ab. Die überlebenden Tiere leiteten sie mit Zäunen zu einem anderen Transporter.