Potsdam-Mittelmark : Schloss Petzow soll zwangsweise versteigert werden

Investor Axel Hilpert will Termin vor dem Amtsgericht verhindern

Hagen Ludwig

Investor Axel Hilpert will Termin vor dem Amtsgericht verhindern Werder-Petzow. Für den 18. November hat das Amtsgericht Potsdam jetzt die Zwangsversteigerung des Schlosses Petzow nebst einem Teil der Parkanlagen, einem Fischerhaus und einem Wohnhaus in der Zelter Straße anberaumt. Der Verkehrswert wurde mit 1,83 Millionen Euro angegeben. Das Mindestangebot muss mindestens die Hälfte die Verkehrswertes betragen. Indes geht Axel Hilpert, der seit Monaten den Kauf des Schlosses ankündigt (PNN berichteten), weiterhin davon aus, dass die Zwangsversteigerung zu verhindern sei, wie er gegenüber den PNN auf Anfrage erklärte. In dem dringend sanierungsbedürftigen, denkmalgeschützten Schlossgebäude wird derzeit noch immer ein Hotel mit Gaststätte betrieben. Die Vorgeschichte der nun möglichen Zwangsversteigerung ist lang. Als der bayrische Unternehmer Klaus Wiesner 1991 das Schloss Petzow von der Treuhand erworben hatte und ein Jahr darauf seine Pläne für ein luxuriöses Hotel vorstellte, sollte diese Idee 1995 verwirklicht sein. Eine Korrektur der Bettenzahl von 250 auf 150, Kollisionen mit dem Denkmalschutz und Umweltbehörden und fehlendes Baurecht setzen Wiesner zunehmend unter Zeitdruck. Im Jahr 2002 beantragte die HypoVereinsbank, die von Beginn an als Wiesners Finanzpartner auftrat, beim Potsdamer Amtsgericht ein Verfahren zur Zwangsversteigerung, betonte jedoch gleichzeitig, dass sie eine freihändige Vergabe vorziehen würde. Mit Investor Axel Hilpert, der in Petzow auch ein Ferienresort auf dem einstigen Gelände des Jugendtouristhotels am Schwielowsee plant, trat die Bank schließlich in ernsthafte Verhandlungen ein. Bereits vor Monaten kündigte Hilpert an, der Verkaufsabschluss stehe unmittelbar bevor. Auch jetzt hat er noch nichts von seinem Optimismus verloren. „Sie können davon ausgehen, dass die Zwangsversteigerung am 18. November nicht stattfindet“, sagte er gestern auf Anfrage den PNN. Noch in dieser Woche werde er auf einem Treffen mit Vertretern der HypoVereinsbank alle notwendigen Vereinbarungen zum Kauf des Schlosses treffen. Interesse am Kauf des Schlosses Petzow hatte neben Axel Hilpert auch der Geltower Hotelier und Bauunternehmer Reinhard Gertner. Er wollte lediglich die historische Bausubstanz sanieren und ein 70-Betten-Hotel schaffen. Hagen Ludwig Der 30-jährige Krieg in Ferch Schwielowsee-Ferch. Auch die Menschen in Ferch und Umgebung mussten den 30-jährigen Krieg (1618 bis 1648) mit all dem Leid, den Brandschatzungen und Verwüstungen erleben, denn bisher wurde angenommen, dass die Region um den Schwielowsee verschont blieb. Das will Matthias Franz, Mitarbeiter bei Professor Kroener am Lehrstuhl für Militärgeschichte an der Universität Potsdam, in einem interessanten Vortrag mit Bildern erläutern. Überliefert ist, dass 1639 Ferch und Kammerode von durchziehenden Truppen niedergebrannt wurden. Erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts regte sich neues Leben in Ferch und der Wiederaufbau setzte ein. Aus dieser Zeit stammen vermutlich die mit Stroh gedeckten Katen in der Dorfstraße (Die Reihe) und natürlich die Alte Fischerkirche auf der Anhöhe in der Beelitzer Straße. Die Veranstaltung des Kulturforums Schwielowsee e. V. beginnt am Sonnabend, dem 15. November, um 16 Uhr im Sitzungssaal der Gemeinde Schwielowsee am Potsdamer Platz in Ferch. Der Eintritt kostet 3 Euro. W. Post Weihnachtsmarkt wird vorbereitet Werder. Rund um das Alte Rathaus auf der Werderaner Insel soll am Sonntag, dem 30. November, von 13 bis 17.30 Uhr wieder ein Weihnachtsmarkt stattfinden. Dazu sucht die Stadtverwaltung noch attraktive Stände und weihnachtliche Angebote. Interessenten können sich im Bereich Marketing der Stadtverwaltung Werder, Tel. (03327) 783378 oder per E-Mail unter m.nikolajsen@werder-havel.de melden. Im Anschluss an den Weihnachtsmarkt öffnet die Heilig-Geist-Kirche ihre Pforten zum traditionellen Weihnachtskonzert. Anmeldungen für den Markt sollten bis zum 3. November erfolgen. Besonders würde sich die Stadtverwaltung über Angebote aus den neuen Werderaner Ortsteilen freuen.