Sächsische Dörfer bei Beelitz feiern Jubiläum : 200 Jahre in Preußen

Sächsisches Erbe. Das Busendorfer Wappen ist noch schwarz-gelb.
Sächsisches Erbe. Das Busendorfer Wappen ist noch schwarz-gelb.Foto: Stadt Beelitz

Beelitz - Sie tragen noch heute den Beinamen Sächsische Dörfer: Die Beelitzer Ortsteile Klaistow, Kanin und Busendorf bildeten bis vor 200 Jahren eine sächsische Enklave mitten in Preußen, ein Kuriosum seit der Gründung der Dörfer, die dem Adelsgeschlecht der Wettiner und somit dem sächsischen Herrschaftsgeschlecht angehörten. Erst auf dem Wiener Kongress im Jahr 1815 wurden die drei Dörfer dem Königreich Preußen zugeschlagen. Am kommenden Wochenende wird deshalb das Jubiläum „200 Jahre Brandenburg-Preußen“ in den Orten gefeiert.

Laut Busendorfs Ortsvorsteher Matthias Gedicke wird das Fest ein Spektakel für die ganze Familie. Es beginnt am Freitag ab 15 Uhr mit einem Hoffest beim Kaniner Wohnprojekt „Lauter Leben“, wo mehrere Familien gemeinsam einen ehemaligen Bauernhof bewirtschaften. Im Kaniner Ortskern öffnet laut dem Beelitzer Stadtsprecher Thomas Lähns auch die Malerin und Grafikerin Maxi Weber ihr Atelier. In der Feldsteinkirche, die zu den ältesten des Landes zählt, wird es ein Orgelkonzert geben, anschließend kann auf der Busendorfer Festwiese getanzt werden.

Im Busendorfer Gemeindezentrum wird am Samstagvormittag die Ausstellung „Sachsen-Zeit“ zur Ortsgeschichte eröffnet. Den ganzen Tag lang werden dazu Kremserfahrten durch den Ort angeboten, auch Schausteller treten im Ortszentrum auf. Höhepunkt wird die große Jubiläumsfeier am Samstagabend, auf der unter anderem der Rock-Geiger Hans Wintoch auftritt. Am Sonntag klingt das Fest dann bei einem Frühschoppen aus.

Ein besonderes Theaterstück wird am Freitag um 16.30 Uhr die Reitschule Klaistow auf ihrem Kaniner Reitplatz darbieten: Unter dem Titel „geheimnisvoller Kaffeegrund“ werden auf den Pferden Szenen der Ortsgeschichte nachgespielt. Als „Kaffeegrund“ wurde ein Waldstück bei Klaistow bekannt: Während es in Preußen bereits die Kaffeesteuer gab, waren die Bohnen in den sächsischen Dörfern noch günstig, was für regen Schmuggel sorgte.

Spuren der einst sächsischen Geschichte lassen sich noch immer ausmachen: Das Wappen von Busendorf ist mit Schwarz und Gelb in den Farben des sächsischen Wappens gehalten. Und im Wildgehege des Klaistower Spargelhofes ist noch ein ehemaliger Grenzstein zu finden. eb

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