Rehazentrum in Teltow : Fit werden am Kanal

Trotz großem Neubau im Teltower Industriegebiet ist das Rehazentrum bereits am Limit. Dort werden täglich bis zu 200 Patienten ambulant behandelt.

Halbfertig. Der Außenbereich im Rehazentrum wird in den kommenden Wochen noch grüner und belebter mit Patienten werden.
Halbfertig. Der Außenbereich im Rehazentrum wird in den kommenden Wochen noch grüner und belebter mit Patienten werden.Foto: Andreas Klaer

Teltow - Größer, moderner, heller und mit Schwimmbecken: Das Teltower Rehazentrum hat am Mittwoch seinen Betrieb in den neuen Räumen in der Oderstraße gestartet. Wurde früher in einem altem Backsteingemäuer in der nur wenige Kilometer entfernten Ritterstraße trainiert, massiert und therapiert, steht jetzt den Patienten im Teltower Industriegebiet mehr Platz zur Verfügung. Jahrelang hat der Chef des Zentrums, Lars Weber, nach einem geeigneten Grundstück in der Region gesucht. Jetzt steht er strahlend in seinen neuen Räumen.

Neuheiten im Rehazentrum Teltow: Ein großes Bewegungsbecken und eine Lehrküche

Auf dem Parkplatz vor dem ambulanten Rehazentrum fahren Bagger umher, an der Rezeption am Eingang stehen bereits die ersten Patienten, der Aufzug geht auf, in Sportkleidung und mit Stoffbeutel an der Hand gehen zwei Frauen und ein Mann munter plaudernd in Richtung Fitnessraum.

Der Umzug lief für die Patienten reibungslos. Das dreistöckige Gebäude mit knapp 3000 Quadratmetern Nutzfläche im Teltower Techno Terrain grenzt direkt an den Teltowkanal an. Die Außenanlage ist noch braun, der Rasen muss gesät werden. Ein Mann sitzt auf einer Bank am Kanal und blättert in der Zeitung. Er wartet auf seine Frau, die drinnen behandelt wird. Schön sei es geworden, sagt er. Hinter ihm stehen Spielgeräte für Erwachsene – ein Senso-Motorik-Parcours, erklärt der Chef der Einrichtung.

Viele Patienten haben Rücken-, Knochen-, Gelenkprobleme

Vom neuen Schwimmbecken aus können Patienten das Treiben auf dem Parcours beobachten, der an einen Trimm-dich-fit-Pfad erinnert. Das beheizte Becken mit 30 Grad warmem Wasser ist wie der Parcours eine der Neuheiten im Rehazentrum. Auch das Therapie- und Beratungsangebot, sagt Weber, sei vergrößert worden. Neben Psychologen, Ärzten und vielfältigen Therapiemöglichkeiten gebe es jetzt auch eine Lehrküche. „Hier wird gemeinsam alternativ, diätetisch gekocht.“ Es geht um gesunde Ernährung und die Frage, wie man schon beim Einkaufen darauf achten kann. Viele der in Teltow behandelten Patienten haben Probleme mit ihren Knochen- und Gelenken – das liegt nicht zuletzt auch an zu hohem Gewicht, sagt Weber.

Viele von Webers Patienten haben ein künstliches Hüft-, Schulter- oder Kniegelenk bekommen und müssen lernen, damit wieder so beweglich zu werden wie zuvor ohne. Der frühere Patientenbestand aus der Ritterstraße sei mit umgezogen. 120 bis 140 Kurzzeitgäste kommen derzeit, so Weber. Es sind Patienten, die nur eine Anwendung haben. Bis zu 40 Tagesgäste sind täglich bis zu acht Stunden im Rehazentrum. Der Chef der Einrichtung will ihre Zahl auf 60 erhöhen. „Aber dann sind wir an unseren Grenzen angekommen.“ Webers Team ist mit dem Umzug um zwei Mitarbeiter auf insgesamt 50 Angestellte gewachsen.

Bau für 5,2 Millionen Euro

Dafür dass lange unklar war, wohin die aus allen Nähten platzende Reha-Einrichtung umziehen wird – im Gespräch war unter anderem das Buschwiesenkarree und eine Kooperation mit dem Kleinmachnower Sportforum –, ist der Neubau in der Oderstraße in 15 Monaten verhältnismäßig schnell hochgezogen worden. Rund 5,2 Millionen Euro hat Weber investiert.

Der 53-jährige Leiter des Zentrums, der einst in Berlin Sportwissenschaften studierte und am Institut für Rehabilitationswissenschaft an der Humboldt-Universität promovierte, ist seit knapp 20 Jahren in Teltow aktiv. „Angefangen habe ich mit fünf Patienten.“ Heute kommen sie aus dem südlichen Berlin und Brandenburg zu ihm gefahren. Ein Pluspunkt ist das neue Bewegungsbecken – laut Weber ein wichtiger Angebotsbaustein. „Als ambulanter Anbieter muss man mehr bieten und stärker die Patienten umwerben.“ Krankenkassen, Rentenversicherungen und Berufsgenossenschaften würden ihre Klientel oft an stationäre Einrichtungen ihrer Wahl verweisen. Zwar könne man auch eigen Wünsche äußern – aber nur wenige Patienten machen das auch.

Für seine neue Einrichtung will Weber am morgigen Samstag mit einem Tag der offenen Tür werben. Auch wenn das Zentrum bereits ausgelastet ist – Weber, der auch Betriebswirtschaftslehre studierte, weiß auch, dass man sich auf guten Zeiten nicht ausruhen sollte.

Hinweis: Am 4. Juni gibt es in der Oderstraße Führungen von 11 bis 13 Uhr. Anmeldungen im Rehazentrum unter Tel.: (03328) 30 31 57.

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