• „Regiobus Potsdam-Mittelmark“: Beelitz wird Sitz von Mittelmarks neuer Busgesellschaft

„Regiobus Potsdam-Mittelmark“ : Beelitz wird Sitz von Mittelmarks neuer Busgesellschaft

Neues Design für „Regiobus Potsdam-Mittelmark“ vorgestellt. Untersuchung soll zeigen, wo künftig Standorte sinnvoll sind.

Enrico Belli

Beelitz - Die neue Verkehrsgesellschaft „Regiobus Potsdam-Mittelmark“ wird ihren Verwaltungssitz ab Januar 2017 in Beelitz haben. Das sagte Landrat Wolfgang Blasig (SPD) bei der Vorstellung des künftigen Designs aller im Landkreis fahrenden Busse in den Beelitzer Heilstätten.

Wie berichtet sollen die beiden mittelmärkischen Busgesellschaften – die Verkehrsgesellschaft Belzig (VGB) und die Beelitzer Bus- und Servicegesellschaft (BVSG) – zum 1. Januar 2017 zur „Regiobus Potsdam-Mittelmark“ verschmelzen. „Da die BVSG das weitaus größere Unternehmen ist, werden wir auch deren Verwaltungssitz übernehmen“, so Blasig. Die BVSG hat derzeit den kleinsten ihrer vier Betriebshöfe im Beelitzer Gewerbegebiet, er ist juristischer Sitz des Unternehmens. Der mit Abstand größte Betriebshof ist in der Potsdamer Johannsenstraße in Babelsberg, weitere Höfe gibt es in Stahnsdorf und Werder (Havel). Die VGB hat Betriebshöfe in Bad Belzig und Brandenburg/Havel.

Ob sich an dieser Struktur künftig etwas ändern wird, wenn es nur noch ein kreiseigenes Busunternehmen gibt – ob etwa ein neuer großer Betriebshof entsteht und der Potsdamer aufgegeben wird –, soll in Untersuchungen verschiedener Varianten geklärt werden. Wie berichtet hat der Landkreis Anfang des Jahres ein 35 Hektar großes Grundstück in den Beelitzer Heilstätten gekauft. „Wenn in der Region um Werder künftig mehr Busse fahren sollen, braucht es auch Änderungen in der Infrastruktur“, so Blasig. Beelitz und Werder sind Nachbarstädte. Vorrangig sei die Fläche in den Heilstätten aber für die Erweiterung des benachbarten Feuerwehrtechnischen Zentrums sowie der Ansiedlung von Verwaltungsteilen gedacht.

„Man muss bei einer solchen Entscheidung auch immer beachten, dass nicht zu viele Leerfahrten der Busse entstehen“, so Hans-Jürgen Hennig, Geschäftsführer der VGB. Über neue Standorte sollen nach den Untersuchungen, deren Zeitraum noch unklar ist, Geschäftsführer, Aufsichtsrat und Kreistag entscheiden.

In den nächsten Jahren sei der Betriebshof in Potsdam ohnehin noch unverzichtbar, hieß es. Außerdem müsste der Landkreis, wenn er den Potsdamer Hof in den kommenden vier Jahren verkauft, einen Teil der Erlöse an das Havelland abgeben – der Hof war für das frühere gemeinsame Unternehmen Havelbus errichtet worden, das Ende 2014 aufgespalten wurde.

Hennig von der VGB und René Poleske, Geschäftsführer der BVSG, werden das neue Unternehmen Regiobus ab Januar gemeinsam führen. Auch die Aufsichtsräte der beiden Firmen sind bereits identisch besetzt, um die Fusion voranzutreiben. „Wir liegen gut im Zeitplan“, resümiert Blasig bei der Vorstellung des neuen Unternehmensdesigns. Künftig werden die Busse an Front und Heck grün und blau lackiert sein. Grün ist derzeit die Farbe der VGB, blau der BVSG. Die Mitarbeiter – zusammen sind bei beiden Unternehmen 368 Menschen beschäftigt – sollen sich ab Januar mit der neuen Busgesellschaft identifizieren. „Das habe ich anfangs unterschätzt“, so Blasig. Seit Anfang 2015 wird an der Fusion der Busgesellschaften gearbeitet.

An den Seiten sind die Busse weiß. Dadurch seien sie im Einkauf günstiger und ließen sich gebraucht besser verkaufen. Zudem könne so besser Werbung an der Seite aufgebracht werden. Die Umgestaltung der Busse auf das neue Design wird schrittweise vorgenommen, wobei laut Hennig ein Schwerpunkt auf den Sommerferien liegt, wenn viele Busse ohnehin im Depot sind. Noch tragen die Busse auch beim neuen Design den Schriftzug der jeweiligen Busgesellschaft neben dem neuen Logo, der könne ab Jahreswechsel einfach ersetzt werden.

Ursprünglich gab es zwei Versionen für das neue Busdesign. Da sich beide Geschäftsführer nicht einig wurden, welche es sein soll, haben sie den Landrat um Rat gebeten. „Als ich meine Mitarbeiter dann gefragt habe, haben aber alle Frauen für diesen Entwurf gestimmt“, so Blasig. Umgestellt werden muss neben dem Design auch die Technik in den Bussen. So wurden bisher bei VGB und BVSG unterschiedliche Fahrscheindrucker und andere Bordcomputer verwendet, die untereinander nicht kompatibel waren. Dadurch können etwa Fahrdienstleiter Busse aus dem jeweils anderen Unternehmen nicht orten, was einen Bustausch zwischen den einzelnen Linien verhindert. Zudem müssen bisher selbst am Abend, wenn kaum Busse unterwegs sind, drei Fahrdienstleiter eingesetzt werden.

Derzeit wird auch an einer einheitlichen Dienstkleidung der Mitarbeiter gearbeitet. In welchen Farben Busfahrer künftig gekleidet sein werden, ist aber noch offen. Die neue Farbgebung wird für die Fahrgäste das Einzige sein, was sich durch die Fusion der Busunternehmen ändert. Für den Landkreis ergeben sich aber mehrere Synergieeffekte.