Rechtsrock : Umstrittenes Konzert in Seddin

Schon bevor der umstrittene Musiker Sacha Korn am Samstag im Rockschuppen auftritt, ist die Polizei vor Ort im Einsatz. Sicherheitsbehörden rechnen ihn dem rechtsextremen Sammelbecken zu.

Alexander Fröhlich
Polizei im Einsatz
Polizei im EinsatzFoto: dapd

Seddiner See - In Seddin sorgt ein Konzert des umstrittenen Musikers Sacha Korn für einen Polizeieinsatz. Wie den PNN am Freitag aus Sicherheitskreisen bestätigt wurde, sind bereits seit Donnerstag uniformierte Einheiten, aber auch Zivilstreifen im Einsatz. Wie Korn selbst ankündigt, will er am heutigen Samstagabend im Rockschuppen auftreten, der die Stückener Straße entlang abgelegen im Wald liegt. Unklar ist bislang, ob es hier um eine Veranstaltung im Rockermilieu oder um eine rechte Veranstaltung geht. Beim Rockschuppen handelt es sich offenbar um den früheren Sitz eines Rockerklubs am Ortsrand.

In Berlin waren die Behörden im vorigen Jahr gegen Konzerte von Korn vorgegangen. Ein Auftritt auf dem Gelände der „Brigade 81“, einem Unterstützerklub der Hells Angels, wurde wegen Sicherheitsbedenken untersagt. Korn selbst beklagt sich: „Momentan dürfen wir in Berlin leider offiziell nicht auftreten.“ Ende Dezember gab er jedoch ein inoffizielles Konzert.

Sicherheitsbehörden in Brandenburg und Berlin stufen Korn, der in Teltow aufwuchs, als Rechtsrocker und rechten Liedermacher ein. Zudem wird er der „Identitären Bewegung“ zugerechnet, einem neuem rechtsextremen Sammelbecken mit weniger radikalem Auftreten. Auch die Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus in Brandenburg und Berlin halten Korn für problematisch.

Lieder von Sacha Korn sind auf einer Schulhof-CD der rechtsextremistischen NPD erschienen. Zudem nutzte die NPD eines von Korns Lieder für einen Wahlwerbespot. Der brandenburgische Verfassungsschutz hatte dazu eine Passage über den Musiker in seinem Bericht streichen müssen. Korn hatte gegen seine Erwähnung im Kapitel „Rechtsextremistische Hass-Musik“ mit Erfolg geklagt und sich wiederholt von der NPD-CD distanziert. Er hatte versichert, dass seine Musik gegen seinen Willen und durch Lizenzverkäufe seines Managements auf der NPD-CD gelandet war.

Rechtsextremismus-Experten verweisen darauf, dass Korn in einer rechtsextremen Zeitung ein Interview gegeben und sich rassistisch zur Einwanderungsstadt Berlin geäußert habe. Auf Indymedia, einem linken Internetportal, wird Korn als Nazirocker bezeichnet. „Ich bin gegen jede Form von Extremismus“, sagte Korn dieser Zeitung im vergangenen Jahr. Als „patriotischer Rockmusiker“ nehme er in seinen Liedern positiven Bezug auf Deutschland. Im Zentrum stünden „Themen wie Identität, Schuldkult, Patriotismus und Nation“. 

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