Radwegenetz in Potsdam-Mittelmark : Baustart für Radstrecke an der L77

Der neue Radweg zwischen Saarmund und Langerwisch nimmt Gestalt an. Ab Donnerstag soll parallel auch die Landesstraße saniert werden.

Der neue Radweg soll nicht nur mehr Sicherheit schaffen, sondern auch Leute dazu bewegen, auf das Fahrrad umzusteigen. 
Der neue Radweg soll nicht nur mehr Sicherheit schaffen, sondern auch Leute dazu bewegen, auf das Fahrrad umzusteigen. Foto: Andreas Klaer

Saarmund/Langerwisch - Der Bau des neuen Radeweges an der Landesstraße 77 zwischen Saarmund und Langerwisch ist nun offiziell gestartet. Ab Donnerstag soll, parallel zum Radwegebau, auch die Fahrbahn der L77 saniert werden. Die Straße wird während der Arbeiten, die voraussichtlich bis zum 7. August andauern werden, für den Verkehr gesperrt. Der rund drei Kilometer lange und 2,5 Meter breite Radweg soll bis Ende des Jahres fertiggestellt sein.

Der neue Radweg hatte sich immer wieder verzögert

Am Mittwoch besuchte Brandenburgs Verkehrsminister Guido Beermann (CDU) gemeinsam mit Nuthetals Bürgermeisterin Ute Hustig (Linke), Michendorfs Bürgermeisterin Claudia Nowka (Bündnis für Michendorf) und Frank Schmidt vom Landesbetrieb Straßenwesen die Baustelle. Der Landesbetrieb übernimmt das Neubauvorhaben. Bereits in den vergangenen Monaten wurden die notwendigen vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen und Bäume entlang der Landesstraße gefällt, um das Baufeld freizulegen (PNN berichteten).   

Für den Bau des Radweges wurde jahrelang gekämpft. Ute Hustig sprach von einem „großen Wunsch, der nun endlich in Erfüllung geht“. Der Radweg sei bereits vor zehn Jahren, als sie ihr Amt übernahm, Wahlkampfthema gewesen. Der Weg soll vor allem eine sichere Verbindung zwischen Saarmund und Langerwisch schaffen, da die Straße stark befahren ist, besonders bei Staus auf der nahen A10. „Der lange geforderte Radweg wird wesentlich dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler sicher zur Schule gelangen, Einheimische für ihre alltäglichen Wege zunehmend das Fahrrad nutzen und auch Touristen in der Region gute Bedingungen zum Radfahren vorfinden“, so Guido Beermann.
Verzögert hatte sich der Bau zuletzt wegen eines fehlenden Regenentwässerungskonzeptes für den an der Landstraße liegenden Blumengroßmarkt. Im vergangenen Jahr hatten Michendorfs Grüne und Anwohner Fahrrad-Demos organisiert, um den Druck für den Bau noch einmal zu erhöhen – auch weil EU-Fördergelder für den insgesamt rund zwei Millionen teuren Radweg zu verfallen drohten. 

Maßnahmen kosten rund 4,5 Millionen Euro

Verzögert hatte sich der Bau zuletzt wegen eines fehlenden Regenentwässerungskonzeptes für den an der Landstraße liegenden Blumengroßmarkt. Es musste geklärt werden, wohin das Regenwasser von dem Gelände des Marktes abgeleitet werden soll, da das Wasser sonst den künftigen neuen Radweg unterspült und beschädigt hätte. Ein Regenrückhaltebecken, von dem aus das Wasser in den Mittelgraben auf der anderen Straßenseite geleitet werden soll, wird aktuell gebaut. Die notwendigen Rohre, die auch unter dem zukünftigen Radweg und der L77 entlangführen, wurden bereits verlegt.

Insgesamt werden 4,55 Millionen Euro investiert, davon fließen 2,5 Millionen in die Sanierung der Fahrbahn.Rund 55 Prozent der Kosten werden vom Land übernommen, 43 Prozent stammen von der Europäischen Union. Die Gemeinde Michendorf beteiligt sich mit rund 60.000 Euro.

Frank Schmidt (rechts) erläutert Verkehrsminister Beermann (mitte) zum Baustart über das Bauvorhaben für den neuen Radweg.  
Frank Schmidt (rechts) erläutert Verkehrsminister Beermann (mitte) zum Baustart über das Bauvorhaben für den neuen Radweg.  Foto: Andreas Klaer

Landesstraße wird ab Donnerstag abschnittsweise gesperrt sein

Für die Sanierung der Landesstraße muss die L77 ab Donnerstag für den Verkehr gesperrt werden. Wie Frank Schmidt vom Landesbetrieb Straßenwesen erklärte, werden die Arbeiten in zwei Abschnitten erfolgen: Zunächst wird voraussichtlich bis zum 10. Juli die Straße zwischen Langerwisch und der Zufahrt zum Blumengroßmarkt gesperrt. Der Rest der Straße ist in der Zeit frei. Das Rosengut und der Blumengroßmarkt sind weiterhin von Saarmund aus erreichbar. Ist der erste Abschnitt fertig, wird getauscht und die L77 zwischen der Zufahrt zum Blumengroßmarkt und der Einmündung Bergstraße in Saarmund gesperrt. Eine Umleitung wird ausgeschildert

Die neue Verbindung ist auch einer der letzten Bausteine für die Vollendung des regionalen Radwegekonzeptes, wie Verkehrsminister Beermann erklärte. Ab Juli soll nämlich auch der Radweg zwischen Saarmund und Rehbrücke saniert werden. Die Verbindung sei in einem desolaten Zustand, sagte Schmidt. Der Weg soll von zwei auf zweieinhalb Meter verbreitert und barrierefrei werden. Auch Beleuchtung ist geplant, deren Kosten die Gemeinde Nuthetal übernimmt. Parallel sollen auch die alten Verkehrsinseln am Ortseingang Bergholz-Rehbrücke und die Fahrbahn der Straße erneuert werden. Die Bauarbeiten, die rund 1,45 Millionen Euro kosten werden, sollen bis voraussichtlich November 2020 andauern.

Neuer Radweg zwischen Bahnhof Saarmund und Philippsthal ab September geplant

Zwischen Bahnhof Saarmund und dem Kreisverkehr nördlich von Philippsthal (L77/L79) ist auf einer Gesamtlänge von rund 1,8 Kilometer und 2,5 Metern Breite ein komplett neuer Radweg geplant. Die Kosten belaufen sich auf 2,7 Millionen Euro. Baustart ist im September diesen Jahres, die Fertigstellung ist für Oktober 2021 geplant.

Mit den drei Radwegen sei auch ein Ringschluss um Potsdam fertiggestellt, sagte Bürgermeisterin Hustig. Ihre Gemeinde plant nun noch Radwegeverbindungen zu den Ortsteilen Nudow, Fahlhorst und Tremsdorf zu schaffen. Bei den beiden ersteren gebe es bereits Gespräche mit dem Kreis Potsdam-Mittelmark. Für die Verbindung nach Tremsdorf sei schon ein Planer beauftragt worden, so Hustig.

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