• Puschkinstraße in Werder (Havel): Anwohner hinterfragt Fällung einer 70-jährigen Kastanie

Puschkinstraße in Werder (Havel) : Anwohner hinterfragt Fällung einer 70-jährigen Kastanie

Im Sommer 2018 soll eine 70 Jahre alte Kastanie in Werder (Havel) noch gesund gewesen sein, ein halbes Jahr später wurde sie gefällt. Ein Nachbar kritisiert die Stadt dafür. Musste die Kastanie wirklich gefällt werden?

Foto: Patrick Pleul/dpa /Symbolbild)

Werder (Havel) - In Werder sorgt die Fällung einer etwa 70 Jahre alten Kastanie in der Puschkinstraße für Ärger: Anwohner Ulrich Schüler beklagte in der Einwohnerfragestunde der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend, dass der Baum vor der Hausnummer 17 unrechtmäßig gefällt worden sei. 

Akteneinsicht gab es erst kurz vor der Sitzung

Schüler hatte im Werderaner Rathaus Akteneinsicht genommen: Demnach sei der Baum, der auf einer Grundstücksgrenze steht, im Sommer 2018 als unauffällig eingeschätzt worden. Im Dezember habe es dann eine Anfrage des Grundstücksbesitzers zur Fällung gegeben, kurze Zeit später wurde diese wegen angeblicher Wurzel- und Rindenschäden sowie „Hohlklang bei Klopfprobe“ genehmigt. Am gefällten Baum seien jedoch keine Schäden sichtbar gewesen. Auch sei sein Antrag auf Akteneinsicht erst nach fast vier Wochen am Vortag der Stadtverordnetenversammlung genehmigt worden, ein Sachbearbeiter habe ihn vorher mit rüden Sätzen wie „Das geht Sie nichts an“ zurückgewiesen.

Schüler formulierte einen Fragenkatalog, der vom baumpflegerischen Sachverstand des Bearbeiters bis zu möglichen Neupflanzungen reichte. Diese Fragen wollte die Verwaltung nicht in der Sitzung, sondern nur schriftlich beantworten. Die SPD-Stadtverordneten Anja Spiegel schloss sich den Fragen des Anwohners an. Ihr CDU-Kollege Peter Kreilinger, der selbst in der Puschkinstraße wohnt, kritisierte in der Sitzung fehlende Nachpflanzungen in der Straße.

Die Stadtverwaltung wies am Freitag auf PNN-Nachfrage die Vorwürfe zurück. Die Kastanien hätten ihre Lebensdauer als Straßenbäume erreicht, so der Erste Beigeordnete Christian Große (CDU). „Der betreffende Baum galt seit mehr als drei Jahren bei den Baumschauen als problematisch“, so Große. Um Schäden vorzubeugen, habe er gefällt werden müssen.