• Positives Testergebnis von Reiserückkehrern: Coronafall an Teltower Anne-Frank-Grundschule

Positives Testergebnis von Reiserückkehrern : Coronafall an Teltower Anne-Frank-Grundschule

Ein Fünftklässler ist am Wochenende über Bayern aus dem Urlaub nach Deutschland zurückgereist, wurde an der Grenze getestet und hat erst jetzt sein positives Testergebnis übermittelt bekommen. 25 Kinder sind in Quarantäne, weitere könnten folgen. 

Symbolbild.
Symbolbild.Foto: Ottmar Winter PNN

Teltow - Nur wenige Tage nach dem Schulstart ist an der Teltower Anne-Frank-Grundschule am Donnerstag ein Schüler einer 5. Klasse positiv auf Covid-19 getestet worden. Das bestätigte das zuständige Gesundheitsamt des Landkreises Potsdam-Mittelmark. 

Der Junge soll am vergangenen Wochenende mit seiner Familie aus einem Urlaub aus Südeuropa zurückgekehrt sein und bei der Einreise, vermutlich in Bayern, getestet worden sein, sagte Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert auf Nachfrage. Am Donnerstagmorgen informierte die Mutter des Jungen die Schule und das Gesundheitsamt über das positive Testergebnis. 

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Die gesamte Klasse des Schülers ist nun in Quarantäne - betroffen sind 25 Kinder. Auch weitere Kinder und möglicherweise auch Erwachsene, mit denen der Junge beim SV Ruhlsdorf in den vergangenen Tage Fußball gespielt hat, könnten sich infiziert haben. Unklar ist derzeit, für wie viele Hobbyfußballer und welche Lehrer Quarantäne angeordnet wird. Auch in Potsdam hat wie berichtet ein infizierter Horterzieher jüngst seine Fußballkollegen des FSV Babelsberg 74 möglicherweise infiziert. 16 Spieler mussten in Quarantäne, ein wichtiges Spiel wurde abgesagt. 

Eltern standen besorgt vor verschlossenem Schultor

Das Gesundheitsamt sei am Donnerstagmorgen in der Schule gewesen, so Schwinzert und habe die Kontaktdaten der Schüler ermittelt sowie versucht, Infektionsketten nachzuvollziehen. Ebenso seien die Behörden dabei, die Kontakte im Fußballverein nachzuverfolgen. 

Der Besuch des Gesundheitsamtes in der Schule hat am Donnerstagvormittag unter anderem dazu geführt, dass die Schüler nicht wie zur gewohnten Uhrzeit aus dem Schulhaus herauskamen. Die Gruppe an Eltern vor dem Schultor wurde daraufhin immer größer, etliche Eltern zeigten sich überrascht, besorgt und kritisierten in dem sozialen Netzwerk Facebook den Informationsfluss. 

Der Unterricht soll für alle Kinder bis auf die betroffene fünfte Klasse morgen wieder regulär weitergehen. Die Kinder in Quarantäne sollen nach Kreisinformationen erst dann abgestrichen werden, wenn dem mittelmärkischen Gesundheitsamt der Befund offiziell vorliegt. 

Familie wurde über Corona-App über positives Testergebnis informiert. 
Familie wurde über Corona-App über positives Testergebnis informiert. Foto: dpa-thm

Getestet wurde der betroffene Fünftklässler bereits am vergangenen Wochenende bei der Einreise nach Deutschland. Doch erst jetzt - mehr als drei Tage später - wurde die Familie per Corona-App über das positive Testergebnis informiert. Und: Offiziell weiß der Landkreis davon noch gar nichts. Denn der Befund sei dem mittelmärkischen Gesundheitsamt bisher noch nicht übermittelt worden, so Schwinzert. 

Test-Panne in Bayern könnte zu Meldeverzug in Teltow geführt haben

Den Meldeverzug von mehreren Tagen führt Schwinzert auf die Test-Panne in Bayern zurück. Wie berichtet haben es die Behörden im Freistaat nicht geschafft, Zehntausenden auf das Coronavirus getesteten Reiserückkehrern rechtzeitig ihre Testergebnisse zu übermitteln. So erhielten im Ergebnis mindestens 900 positiv auf das Virus Getestete zum Teil weit über eine Woche keine Nachricht - mit der Gefahr, dass sie ohne Wissen über ihre Infektiosität weitere Menschen ansteckten. 

Der Leiter des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf hatte am Mittwoch eingeräumt, die Behörden hätten die Zahl der Tests bei weitem unterschätzt und seien überrollt worden. Die Testzentren an Autobahnraststätten an der Grenze zu Österreich, an Flughäfen und an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg waren zum Ferienstart in Bayern in Windeseile aus dem Boden gestampft worden. Das Bayerische Rote Kreuz hatte zunächst mit Freiwilligen die Organisation übernommen und später bemängelt, es hätte mehr Vorbereitungszeit benötigt.

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