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Polizeieinsatz in Beelitz : Tumulte am frühen Morgen vor Schlachterei

Es ging um die Wurst: In Beelitz ist die Polizei am Donnerstagmorgen zu einem Fleischerbetrieb ausgerückt, weil der Inhaber befürchtete, die Lage vor Ort nicht unter Kontrolle bringen zu können. 

Lange Schlange am frühen Morgen vor der Schlachterei König.
Lange Schlange am frühen Morgen vor der Schlachterei König.Foto: privat

 

Kurioser Einsatz der Polizei in Beelitz: Am Donnerstagmorgen kam es vor dem Beelitzer Schlachtbetrieb König in der Nürnbergstraße zu Tumulten. Bereits vor der Ladenöffnung um 9 Uhr, standen schon ab sechs Uhr früh die Kunden Schlange. Die Polizei schätzt, dass rund 100 Personen vor dem Geschäft warteten. Als der Besitzer des Ladens, Robert König, vor seiner Ladentür die Kunden zur Raison aufrief, sie bat, sich ordentlich in die Schlange zu stellen und ruhig zu bleiben, wurde er von der Menschenmasse rückwärts durch seine geschlossene Ladentür gedrängt. Das Glas der Tür ging kaputt, König selbst verletzte sich nicht.

Innerhalb von zwei Stunden war die Theke des Schlachtbetriebs ausverkauft. 
Innerhalb von zwei Stunden war die Theke des Schlachtbetriebs ausverkauft. Foto: privat

Der Metzger rief die Polizei

Daraufhin rief der Metzger die Polizei und bat um Hilfe. Zwölf Beamte rückten aus und halfen König den Verkauf der begehrten Fleischware zu koordinieren. Nur eine bestimmte Anzahl an Kunden durften gleichzeitig in das Geschäft. Innerhalb von zwei Stunden war das Angebot ausverkauft.

Trotz Polizeipräsenz sei es weiterhin zu Pöbeleien und Handgreiflichkeiten vor der Ladentheke gekommen, berichtet König den PNN. Die Kunden, viele von ihnen aus dem Berliner Raum, hätten die Beamten auch bedroht. 

Den Schlachtbetrieb gibt es seit 100 Jahren, jetzt schließt er. 
Den Schlachtbetrieb gibt es seit 100 Jahren, jetzt schließt er. Foto: privat

Metzgerei muss wegen Auflagen schließen

Die Schlachterei der Familie König ist bei vielen Kunden so begehrt, weil sie sehr günstig Fleisch anbietet. So kostet ein Kilo Rinderfilet nur ein Drittel dessen, was im Handel verlangt wird. Der Familienbetrieb verarbeitet seit mittlerweile 100 Jahren verunglückte Tiere, schlachtet und zerlegt sie selbst. Geschlachtet wird einmal pro Woche, immer donnerstags wird das Fleisch verkauft.  

Der Andrang ist schon immer groß, berichtet König auf Anfrage. Viele der meist ausländischen Kunden würden wöchentlich aus Berlin nach Beelitz anfahren und bis zu 40 Kilo Fleisch bei einem Einkauf mitnehmen.

Dass es an diesem Donnerstag voller war als sonst, erklärt König mit der Schließung seines Betriebs in zwei Wochen. Die Auflagen der Behörden könne der kleine Familienbetrieb mit seinen bisher sechs Mitarbeitern nicht mehr umsetzen, daher müsse nun geschlossen werden. Viele Kunden wollen sich jetzt noch die letzten Vorräte sichern, bevor das günstige Fleisch aus Beelitz nicht mehr angeboten wird.

Wachschutz für die letzten Öffnungstage

Hinzukomme, dass der Betrieb bereits einen Großteil seiner Mitarbeiter entlassen habe und nun weniger als sonst schlachten könne. "Wenn jetzt jeder nur noch drei bis vier Kilo Fleisch bekommt, sind viele der Kunden bockig", so König. Seine Fleischerei wird noch am 16. und 23. Mai geöffnet sein, dann wird endgültig geschlossen. Für die nächsten Öffnungstage hat die Polizei König den Einsatz eines Wachschutzes empfohlen. Die Beamten werden nicht noch einmal ausrücken, um die aufgebrachten Kunden zu beruhigen.