• Paramilitärische Banden in Beelitz aktiv: Mit Axt und Tarnanzug in die Heilstätten

Paramilitärische Banden in Beelitz aktiv : Mit Axt und Tarnanzug in die Heilstätten

Sie wollten sich auf dem Gelände der Beelitz Heilstätten austoben: Unbekannte in Tarnanzügen, mit Äxten bewaffnet, verschafften sich Zugang zum Gelände. Die Polizei erwischte die Eindringlinge.

Beelitz - Die Angriffe auf die Beelitzer Heilstätten reißen nicht ab. Am Wochenende haben sich mehrere, teilweise bewaffnete Personen in Tarnanzügen Zutritt zum Gelände verschafft. „Wir haben hier inzwischen paramilitärische Banden, die sich auf dem Gelände austoben wollen“, sagte der Geschäftsführer der Heilstätten Projektentwicklungs-GmbH, Georg Hoffmann, am gestrigen Montag den PNN.

Ein Miteigentümer des Geländes, der aus Sicherheitsgründen nicht namentlich genannt werden will, aber nahe dem Areal wohnt, hat am Freitagabend kurz vor Mitternacht acht Menschen in Tarnanzügen vor dem Haupteingang gesehen, die sich auf das abgesperrte Gelände begaben. Zwei von ihnen hätten eine lange Axt bei sich getragen. Sie seien mit drei Autos aus Berlin und dem Havelland angereist. „Ich habe dann die Polizei informiert, die mit mehreren Fahrzeugen kam, die Einbrecher aber nicht schnappen konnte“, so der Mitbesitzer.

Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch

Am Samstag seien die Randalierer jedoch zur selben Zeit wiedergekommen. Daraufhin habe sich der Miteigentümer zunächst zum privaten Wachschutz auf dem Gelände begeben, der die Eindringlinge noch nicht bemerkt hatte. Als er zurückkam, standen die Männer auf der Straße und räumten sie erst im letzten Moment, als der betreffende Miteigentümer mit seinem Wagen zur Beelitzer Polizei fahren wollte. Die von ihm gerufenen Beamten kamen sofort mit Verstärkung zum Tatort und nahmen die Personalien der Eindringlinge auf. Zudem wurde Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt.

Die Männer haben ein verriegeltes historisches Gebäude aufgebrochen, der genaue Schaden ist noch unklar. Erst in der Nacht zum Donnerstag hatten Unbekannte in den Heilstätten 120 Zaunpfähle umgeworfen (PNN berichteten). Die Polizei konnte sich am Montag nicht zu den jüngsten Vorfällen und dem weiteren Vorgehen äußern.

Geschäftsführer Georg Hoffmann traf sich am Montagabend mit Landrat Wolfgang Blasig (SPD), um das weitere Vorgehen zu beraten. „Wir werden klären, wie weit derzeit mit der Polizei kooperiert wird, und wenn nötig gemeinsam für eine stärkere Zusammenarbeit intervenieren“, so Blasig. Schließlich gehe der Schaden in den Heilstätten weit über übliche Sachbeschädigungen hinaus.

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