Nicht vor Dezember fertig : Grundschule in Geltow wird teurer und öffnet später

Weil im Sommer Wasser die Baugrube geflutet hat, wird Geltows Schulneubau Monate später fertig. Auch die Kosten des Projekts steigen um eine weitere Millionen Euro.

Enrico Bellin
Der Rohbau in Geltow soll im Februar fertig sein, danach folgen Innenausbauten.
Der Rohbau in Geltow soll im Februar fertig sein, danach folgen Innenausbauten.Foto: Andreas Klaer

Geltow - Der Neubau der Geltower Meusebach-Grundschule wird deutlich später fertig, als bisher angenommen wurde. Die Verwaltung geht derzeit von einer Vollendung des dreigeschossigen Baus frühestens bis Januar 2020 aus. Ursprünglich sollte der Neubau mit dem Schulbeginn im Herbst dieses Jahres eröffnet werden. Auch die Baukosten haben sich um etwa eine Million Euro gegenüber den Ursprungsplanungen erhöht. Inklusive des Kaufes von Containern als Übergangsquartier für die Schüler und der Sanierung des bestehenden Schulgebäudes kostet das Projekt nun rund 9,5 Millionen Euro.

Allein beim Fundament gab es drei Monate Verspätung

Ein Hauptgrund für die Verspätung beim Neubau ist Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) zufolge bereits auf die Gründungsarbeiten zum Neubau im Frühjahr und Sommer 2018 zurückzuführen. „Der Aufbau der Fundamentplatte konnte erst nach dreimonatiger Verspätung beginnen“, so Hoppe auf PNN-Anfrage. Zum einen sei vorher nicht bekannt gewesen, wie viele Versorgungsleitungen und alte Fundamente unter dem Baustellenbereich lagen, die umverlegt beziehungsweise entfernt werden mussten. Zum anderen habe ein Starkregen im Juni die Baugrube geflutet, der Baugrund sei dadurch nicht mehr tragfähig gewesen. Auch der Abstand zwischen Boden und Grundwasserpegel habe nicht mehr ausgereicht. Daher habe eine zusätzliche Drainageschicht eingebracht werden müssen. Zudem sei der Bau eines Teils des Fundamentunterbaus komplizierter als geplant gewesen. Ohne diese Maßnahmen hätte es Eingriffe in den Grundwasserfluss geben müssen, die laut Hoppe wesentlich teurer geworden wären.

Schüler bleiben länger in Containern

Für 79 der etwa 170 Schüler bedeutet dies, dass sie länger in Containern unterrichtet werden müssen. Derzeit sind vier Schulklassen im ersten und zweiten Stock der Container untergebracht. Nach kleinen Änderungen wie dem Anbringen von verschließbaren Fenstergriffen auf den Fluren zeigen sich Eltern und Lehrer nach PNN-Informationen zufrieden mit den Fertigbauten. Allein für die Container hatte die Gemeinde zwei Millionen Euro ausgegeben. Sie sollen auch beim späteren Ausbau der Caputher Grundschule als Übergangsklassenräume dienen.

Im Erdgeschoss werden zudem 48 Kinder der Kita „Villa Sonnenschein“ ganztägig betreut. Sie sollen in eine neue Einrichtung umziehen, deren Bau wie berichtet derzeit gegenüber der Bundeswehr geplant wird und später von der Fröbel-Gruppe betrieben werden soll.

Land fördert Bau mit drei Millionen Euro

Für Fördermittel für den Umbau der Meusebach-Grundschule hatte die Gemeinde mehrere Anträge gestellt, ein Großteil davon wurde abgelehnt. Vor einem Jahr hat Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) dann aber doch noch eine Förderung in Höhe von gut drei Millionen Euro für das Projekt zugesagt. Die Meusebach-Grundschule hatte es im Jahr 2015 unter die zehn besten Schulen bei der Auszeichnung zum Deutschen Schulpreis geschafft. 2011, als sich die Schule ebenfalls bewarb, hatte sie es unter die besten 50 Schulen des Landes geschafft. Die Schule ist eine verlässliche Halbtagsgrundschule, bietet also Nachmittagsbetreuung mit verschiedenen Kursen an. Auch Integration wird in Geltow gelebt. So arbeitet eine der ersten Absolventinnen eines Programms für geflüchtete Lehrer der Universität Potsdam, eine junge Lehrerin aus Syrien, an der Schule (PNN berichteten).


Vor dem alten Schulhaus wurde der Platz neu gestaltet.
Vor dem alten Schulhaus wurde der Platz neu gestaltet.Foto: Andreas Klaer


Wenn das Wetter so mild bleibt, hofft Bürgermeisterin Hoppe, dass die Rohbauarbeiten am Neubau im Februar abgeschlossen werden können. Derzeit sei er zu 80 Prozent fertig. Die Decke des letzten Geschosses könne aber bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt in den kommenden Wochen fertig werden, sodass anschließend der Innenausbau begonnen werden könne. „Der Erweiterungsneubau wird voraussichtlich dann erst Ende Dezember 2019 abnahmereif sein, statt wie ursprünglich geplant im August“, so Hoppe. Nach der Abnahme könnten die Klassen dann im Januar umziehen.
Die Arbeiten für den Fassadenbau, Türen und Fenster sowie Sonnenschutz seien nach Ausschreibungen beauftragt worden. Als nächstes würden die Innenausbauten ausgeschrieben. Generell wären die Angebote der Firmen bisher zwischen acht und zwölf Prozent teurer gewesen, als es die Verwaltung einst prognostiziert hat.

Durch die Kosten für den Schulneubau und die Sanierung sowie geplante Erweiterungen etwa der Fercher Kita hatte Schwielowsee im vergangenen Jahr erstmals seit Gründung der Gemeinde 2003 mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Es musste ein Millionenbetrag aus der Rücklage entnommen werden, auch hatte die Gemeinde einen Kredit für den Schulneubau aufgenommen.