Neue Hakeburg in Kleinmachnow : Wohnen wo einst Castro weilte

Die Skyland Gruppe beginnt mit der Sanierung des Anwesens. 34 Luxusappartements sollen dort entstehen.

Die Neue Hakeburg erlebte eine wechselvolle Geschichte. 15 Jahre stand sie leer. 
Die Neue Hakeburg erlebte eine wechselvolle Geschichte. 15 Jahre stand sie leer. Foto: Andreas Klaer

Kleinmachnow - 15 Jahre lang stand sie leer, verfiel zusehends, war Ziel von Vandalismus. Nun soll in die Neue Hakeburg in Kleinmachnow wieder Leben kommen. Die in Berlin ansässige Skyland Gruppe, die das Anwesen im neoromanischen Stil schon vor Jahren kaufte, beginnt nun mit der Sanierung und dem Umbau zu einem Wohnkomplex. 

Für drei der vier Bauabschnitte lagen bereits Baugenehmigungen vor, jetzt sei die vierte erteilt worden, teilte Skyland am Mittwoch mit. „Wir freuen uns, dieses ganz besondere Ensemble mit seiner großen Historie endlich aus dem Dornröschenschlaf erwecken zu können“, sagt Investor Bernd Ehret, CEO der Skyland Gruppe.

16 Eigentumswohnungen in zwei Neubauvillen

Insgesamt will Skyland laut Ehret 34 hochwertige Eigentumswohnungen bauen. Davon liegen 18 in dem denkmalgeschützten Gebäudeensemble, bestehend aus der Neuen Hakeburg, der Remise und dem Torhaus. Weitere 16 Eigentumswohnungen entstehen in zwei Neubauvillen direkt nebenan. Die Bruttogeschossfläche betrage zusammen – inklusive einer Tiefgarage – etwas mehr als 10.000 Quadratmeter.

„Die als Hakevillen bezeichneten Neubauten werden sich in Gestalt, Farbe und Textur an der Neuen Hakeburg orientieren und dennoch ein eigenes charakteristisches Äußeres erhalten“, heißt es in der Mitteilung. Hierfür hatte es einen Architekturwettbewerb gegeben. Der ausgewählte Entwurf des Berliner Architekturbüros Thomas Hillig Architekten GmbH wurde im Workshop-Verfahren mit dem 1. Preis ausgezeichnet und vom Bauausschuss der Gemeinde Kleinmachnow einstimmig angenommen.

Historische Führung durch die Hakeburg in Kleinmachnow.
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1 von 14Manfred Thomas
19.06.2017 19:45

Luxus mitten im Wald

Die luxuriösen Wohneinheiten entstehen auf einem vier Hektar großen Naturgrundstück mitten im Wald am Machnower See. „Der Park wird gemeinsam mit den Forstbehörden behutsam in Ordnung gebracht“, kündigt Ehret an. „Die Größe dieses Grundstücks, der Wasserzugang, die extravaganten Gebäude und die exzellente Lage am Rande Berlins machen den Reiz der Neuen Hakeburg als Wohnsitz aus. Die künftigen Bewohner können hier leben wie Burgherren“, sagte der Skyland-CEO.

Das hat seinen Preis: Verkauft werden die Wohnungen an Eigennutzer und Kapitalanleger. Die Quadratmeterpreise liegen im Durchschnitt bei rund 8800 Euro. Der Verkauf der Ein- bis Sechs-Zimmerwohnungen mit 50 bis 240 Quadratmetern hat bereits begonnen. Zur gehobenen Ausstattung zählen Kamin, Echtholzparkett, Terrasse oder Balkon, Aufzug, Fitnessraum und ein Wellnessbereich mit Sauna und Gegenstrom-Schwimmanlage. „Sowohl die Wohnungen in den Gebäuden der Neuen Hakeburg als auch die Wohnungen in den Hakevillen haben einen unverbaubaren Blick auf den Machnower See und den angrenzenden Mischwald des Naturschutzgebietes Bäketal“, verspricht Skyland.

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Aufwendige Sanierungsarbeiten

Skyland beginnt mit den Bauarbeiten im dritten Quartal 2021. „Im ersten Schritt werden wir in Abstimmung mit dem Denkmalschutz die Neue Hakeburg, die Remise und das Torhaus rundum aufwendig sanieren“, sagt Ehret. Die hier entstehenden Wohnungen sollen im Herbst 2023 bezugsfertig sein. In einer zweiten Bauphase werden die beiden neuen Hakevillen und eine Tiefgarage mit 31 Stellplätzen für das gesamte Ensemble realisiert. Die Fertigstellung der Hakevillen ist für den Sommer 2024 geplant.

Erbaut zwischen 1906 und 1908 als Adelssitz für Dietloff von Hake, durchlebte die Neue Hakeburg eine wechselvolle Geschichte. Die Nationalsozialisten führten hier technologische Forschungen für die deutsche Kriegsführung durch. Später nutzte die SED das Herrenhaus am See als zentrale Parteihochschule, bevor es zum Gästehaus umfunktioniert wurde. Hochrangige Besucher wie Nikita Chruschtschow, Yassir Arafat, Fidel Castro und Michail Gorbatschow waren hier untergebracht. Nach der Wende wurde das Gebäude zeitweilig als Hotel, für Hochzeiten und als Drehort für Fernsehserien wie „18 – Allein unter Mädchen“ von Pro7 und die ZDF-Telenovela „Wege zum Glück“ genutzt, danach stand es überwiegend leer.


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