Neue Gesamtschule in Stahnsdorf : Zu wenig Schulplätze

Stahnsdorf - Um auf die steigende Nachfrage an Schulplätzen auf dem Weg zum Abitur in Stahnsdorf zu reagieren, fordert Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) eine neue Gesamtschule. Laut Gemeindesprecher Stephan Reitzig handelt es sich um ein Grundstück in der Annastraße, neben dem Gemeindezentrum.

Im Auftrag des Landkreises Potsdam-Mittelmark wurden in den vergangenen Wochen Eltern schriftlich an den Stahnsdorfer Grundschulen befragt. Ziel war es, zu erfahren, wie groß der zusätzliche Bedarf der Region an weiterführenden Schulplätzen ist. Die Berechnungen des Landkreises ergeben, dass in den kommenden zwölf Jahren mindestens drei Züge an weiterführenden Schulen zusätzlich gebraucht werden. Befragt wurden Eltern an der Grundschule „Heinrich Zille“ und der Lindenhof-Grundschule. Der Rücklauf der Fragebögen sei im Vergleich zu ähnlichen Befragungen überdurchschnittlich hoch gewesen. 67 Prozent der Eltern wünschten sich eine Gesamtschule in der Region, 32 Prozent ein Gymnasium.

Die Zahl der Einwohner in der Region Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf steigen laut Verwaltung kontinuierlich an. Die Schullandschaft soll demnach zukunftsweisend erweitert werden, heißt es. Aus Sicht der Gemeinde ist eine weitere Gesamtschule für die Region der richtige Schritt. „Wir sollten eine vierte weiterführende Schule bauen. Die Gemeinde Stahnsdorf ist im Eigentum mindestens eines geeigneten Grundstücks“, sagt Bürgermeister Bernd Albers.

Das Grundstück in der Annastraße ist laut Verwaltung mit dem Baurecht für eine Schule versehen. Der Gemeindevertretung soll nun vorgeschlagen werden, das Areal dem Landkreis Potsdam-Mittelmark für einen Neubau anzubieten.

In der Region gibt es mit der Maxim-Gorki-Schule in Kleinmachnow eine Gesamtschule. Der Weg einer 13-jährigen Schulbildung steht bislang aus Kapazitätsgrenzen nicht allen Schülern offen, heißt es aus der Gemeinde. Das soll sich nun ändern, zumal die Wünsche nach einer weiteren Gesamtschule laut Landkreisumfrage deutlich vernehmbar seien. „Eine solide Schulbildung ist die Grundlage für ein erfolgreiches Berufsleben. Heutzutage werden teilweise schon Fünfjährige eingeschult und 16-Jährige legen das Abitur ab, um dann eine Entscheidung für ein Studium treffen zu müssen“, so Albers. Eine Gesamtschule biete die Möglichkeit, das Abitur in 13 Jahren zu erwerben und stelle eine gute Alternative zum klassischen Gymnasium dar, so Albers weiter.

In Stahnsdorf ist in den vergangenen Jahren die Schulsituation durch einen „Runden Tisch zur Schulentwicklung“ analysiert worden. Geplant ist unter anderem auch der Ausbau der Schulkapazitäten an den Grundschulen. Demnach sollen die Stahnsdorfer Grundschulen durchgehend sechs Klassenzüge anbieten können. Das wurde auf der Gemeindevertretersitzung Ende April einstimmig beschlossen. sty

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