• Nach Wildschwein-Vorfall: Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers kritisiert Umweltminister

Nach Wildschwein-Vorfall : Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers kritisiert Umweltminister

Brandenburgs Umweltminister lehnt die Bogenjagd auf Wildschweine ab. Stahnsdorf Bürgermeister Bernd Albers will sie einführen - und legt nach einem Vorfall von Dienstagmorgen nach.

Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Stahnsdorf - Stahnsdorf Bürgermeister Bernd Albers hat den jüngsten Unfall mit einem Wildschwein zum Anlass genommen, um sich erneut vehement für die Zulassung der Bogenjagd auf Wildschweine einzusetzen. Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne) hatte sich Mitte Februar gegen die Jagd mit Pfeil und Bogen ausgesprochen.

Frontal mit Wildschwein kollidiert

Am Dienstagmorgen ist ein 28-jähriger Mopedfahrer um kurz vor 6 Uhr auf der Ruhlsdorfer Straße mit einem von drei die Straße querenden Wildschweinen frontal kollidiert. Trotz Vollbremsung konnte der Fahrer den Zusammenstoß nicht mehr verhindern. Der Mann stürzte und erlitt leichte Verletzungen, eine medizinische Versorgung am Unfallort war jedoch nicht notwendig. Sein Moped war dagegen nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden. Das Wildschwein verschwand und war auch nicht mehr aufzufinden.

Bernd Albers
Bernd AlbersFoto: privat (Archiv, 2016)

Die Gemeinde weist darauf hin, dass sich dieser Vorfall „in eine Reihe von Verkehrsunfällen im Ort mit Beteiligung von Schwarzwild in der Vergangenheit“ einreiht. In einer Mitteilung wird zudem auf den Wildschwein-Angriff auf die Hündin Kessy verwiesen. Anfang Februar hatte eine große Bache zusammen mit sechs bis acht weiteren Wildschweinen die Hündin einer Stahnsdorfer Familie auf deren Grundstück angegriffen. Die Entlebucher Sennenhündin starb an ihren Verletzungen.

"Nicht warten, bis weitere Menschen verletzt werden"

„Die unlängst von Landwirtschaftsminister Vogel abgelehnte Zulassung der Bogenjagd ist unverantwortlich“, heißt es in dem Schreiben der Gemeinde. „Wäre das bei dem Unfall vermutlich verletzte Schwein mit einem modernen Hochleistungsbogen und mit einem Pfeil getroffen worden, wäre es nach mehreren Minuten bewusstlos und damit schmerzfrei erlegt gewesen. Nun irrt es möglicherweise mit erheblichen Schmerzen durch unsere Region“, sagte der Bürgermeister. Albers fordert den Minister dazu auf, nunmehr endlich die Bogenjagd zuzulassen. „Wir können nicht warten, bis weitere Menschen verletzt und der Straßenverkehr weiter gefährdet wird.“

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