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Nach der Vergewaltigung in Kleinmachnow : Polizei veröffentlicht Phantombild von Täter

Wenige Tage nach der brutalen Vergewaltigung in Kleinmachnow hat die Polizei ein Phantombild des mutmaßlichen Täters veröffentlicht. Zudem gibt es erste Hinweise. Anwohner sind schockiert. 

Das Phantombild des mutmaßlichen Täters. Im Hintergrund der Tatort: Das Panzerdenkmal.
Das Phantombild des mutmaßlichen Täters. Im Hintergrund der Tatort: Das Panzerdenkmal.Fotomontage: Thile Rückeis/ PD West

Kleinmachnow - Nach der brutalen Vergewaltigung in einem Waldgebiet zwischen Kleinmachnow und Berlin-Zehlendorf sucht die Brandenburger Polizei nun mit einem Phantombild nach dem Täter. Am Mittwoch wurde das Bild veröffentlicht. Die Ermittler erhoffen sich jetzt konkrete Hinweise auf den Mann. 

Er soll eine 27-jährige Kleinmachnowerin am Sonntagabend beim Joggen überwältigt und vergewaltigt haben – möglicherweise mehrere Stunden lang. Die Frau war gegen 18 Uhr zu ihrer Joggingrunde aufgebrochen und nach eigener Aussage in der Nähe des Panzerdenkmals an der Autobahn 115 von dem Täter abgefangen und in ein Gebüsch gezerrt worden. 

Weil die Frau nicht wie vereinbart nach Hause kam, hatten Angehörige die Polizei alarmiert. Die Beamten trafen etwa drei Stunden nach dem Verschwinden der jungen Frau ein – ungefähr zeitgleich mit ihr. Sie hatte sich befreien können und sich mit dem Fahrrad des Täters nach Hause gerettet. Laut Polizei war sie offensichtlich geschockt und wies „unter anderem sichtbare Hautabschürfungen“ auf. 

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Suche mit Hunden und Hubschraubern

Noch am selben Abend hatten Polizisten aus Berlin und Brandenburg sowie der Bundespolizei mit der Suche nach dem Täter begonnen. Sie überflogen das Waldstück bis etwa 23.30 Uhr mit einem Hubschrauber, gegen Mitternacht kam eine Hundestaffel der Polizei zum Einsatz – ohne Erfolg. Zudem observierten Beamte am nächsten Tag den Bahnhof Wannsee. Dort hatte die Frau dem Täterr nach Informationen der „B.Z.“ ein Treffen vorgeschlagen, um ihr Leiden zu verkürzen. Doch er kam nicht.

Nun hoffen die Ermittler auf Hinweise durch die Täterbeschreibung und das Phantombild. Der Mann war den Angaben zufolge etwa 25 Jahre alt, schlank und zirka 1,75 Meter groß. Er soll braune Augen und eine leicht gebräunte Haut gehabt haben. Gekleidet war er mit einer blauen Jogginghose. Zudem habe er einen orangefarbenen Rucksack dabei gehabt. Der Mann habe mit osteuropäischem Dialekt gebrochen Deutsch gesprochen. Mehrere Medien berichten zudem von rötlich-orange eingefärbten Haaren. 

Das Phantombild wurde am Dienstag angefertigt, die Veröffentlichung unterlag jedoch rechtlicher Voraussetzungen. Wie die Polizei erläuterte, müssen vor einer Veröffentlichung alle andere Maßnahmen durchgeführt und die Ermittlungen ausgeschöpft sein, bevor die Veröffentlichung letztlich durch einen Richter angeordnet werden könne. Laut Staatsanwaltschaft Potsdam sind bereits Hinweise zu der Tat eingegangen. „Wir stehen aber am Anfang der Ermittlungen“, sagte Staatsanwältin Hanna Urban. Verbindungen zu anderen Fällen würden geprüft, Anhaltspunkte für einen Zusammenhang mit Taten in der Zuständigkeit der Potsdamer Staatsanwaltschaft gebe es nicht. 

Polizei ermittelt wegen Serie von Vergewaltigungen

Womöglich aber mit Fällen im benachbarten Wannsee in Berlin. Die „B.Z.“ berichtet, dass das Berliner Landeskriminalamt wegen einer Serie von Vergewaltigungen dort ermittelt. Die Polizei bestätigte am Mittwoch, dass es zwei Fälle aus der Zeit vom 22. und 28. Juni gibt: eine vollendete und eine versuchte Vergewaltigung. Ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Fällen und zur Vergewaltigung in Kleinmachnow besteht, sei aber unklar und werde geprüft. 

Dass der Täter noch nicht gefasst wurde, ist für die Menschen in der Umgebung nicht leicht zu ertragen. In dem beschaulichen Kleinmachnower Wohnviertel unter hohen Kiefern, das an das Waldstück angrenzt und wo das Opfer aller Wahrscheinlichkeit nach auch wohnt, sind die Menschen geschockt. „Ich würde dort nicht mehr langgehen, schon gar nicht alleine“, sagte eine junge Kleinmachnowerin, Anfang 20, am Mittwoch. Auch andere Angesprochene zeigten sich alarmiert. „Ich bin schon bislang nur zu zweit in dem Waldstück spazieren gegangen“, sagte eine Frau Mitte 50. Jetzt könne sie sich das vorerst gar nicht mehr vorstellen.

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