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Nach Bombensprengung : Haus in Stahnsdorf muss abgerissen werden

Rund 50 Eigentümer haben sich bisher bei der Gemeinde Stahnsdorf wegen Schäden nach der Sprengung einer Fliegerbombe gemeldet. Eine Familie trifft es besonders hart.

Auf der Baustelle der Bonava in Stahnsdorf ist vor rund einer Woche die Fliegerbombe entdeckt und dann gesprengt worden. 
Auf der Baustelle der Bonava in Stahnsdorf ist vor rund einer Woche die Fliegerbombe entdeckt und dann gesprengt worden. Foto: Ottmar Winter

Stahnsdorf - Wegen der Sprengung einer Fliegerbombe vor rund einer Woche in Stahnsdorf muss ein Einfamilienhaus abgerissen werden. Das teilte die Gemeinde am Montagmorgen mit. Insgesamt wurden rund 50 Schreiben der Verwaltung an Grundeigentümer versandt, die nach der Sprengung Schäden angemeldet hatte. Das betroffene Haus sei unbewohnbar, die Schäden seien "struktureller Natur". "Das Haus wurde durch einen Statiker für dauerhaft unbewohnbar erklärt", sagte ein Sprecher der Gemeinde der Deutschen Presse-Agentur. Der betroffenen Familie habe die Gemeinde zwei Wohnungen als Ausweichquartiere und weitere Hilfen angeboten. Die Betroffenen hätten bereits Kontakt zu ihrer Versicherung aufgenommen, laut Angaben einem Gemeindesprecher sei es wahrscheinlich, dass die Versicherung die Schadenskosten trage. Wie der Zeitplan eines Abrisses und möglichen Neubaus an der Stelle aussehe, sei der Gemeinde allerdings derzeit unbekannt.

Der Familie gehört ein weiteres beschädigtes Haus

Aus dem Umfeld der Familie heißt es, die Versicherung sei gleich am Tag nach der Sprengung für Sicherheitsmaßnahmen eingesprungen. Dazu gehörte ein Wachschutz, um Einbrecher aus dem leeren Haus zu halten und ein Dachdecker, der lose Ziegel entfernte. Nach PNN-Informationen war das nun einsturzgefährdete Haus noch relativ neu. Wie der Zeitplan eines Abrisses und möglichen Neubaus an der Stelle aussehe, sei der Gemeinde allerdings derzeit unbekannt. 
In einem benachbarten Haus, das ebenfalls der betroffenen Familie gehört, sei außerdem der Wintergarten nicht mehr begehbar. Dickes Glas sei aus seinen Fenstern herausgesprungen. Erst am Freitag habe ein Statiker das Haus für ansonsten bewohnbar erklärt und die Stahnsdorfer konnten wieder einziehen. Die Familie habe solange in Kleinmachnow übernachtet, heißt es aus der Nachbarschaft. Am Tag der Sprengung habe es bei ihnen noch eine kleine Feier gegeben, die die Gäste früher verlassen mussten.
Die anderen Meldungen über Schäden seien laut Gemeinde von Eigentümern aus den Straßenzügen rund um die Baustelle, auf der die 500-Kilo-Fliegerbombe englischer Herkunft gefunden wurde, gekommen. Einige Hauseigentümer aus Kleinmachnow hatten aber ebenfalls Schäden angemeldet. Wie hoch der Gesamtschaden ist, könne derzeit nicht beziffert werden, hieß es weiter. 

Kulanzregelungen von Versicherungen sollen greifen

Alle Eigentümer, die Schäden an ihren Häusern feststellten, seien angehalten, zunächst die jeweilige Hausrats- und Gebäudeversicherung zu kontaktieren. "In den uns bekannten Fällen greifen Kulanzregelungen der Versicherer", so die Gemeinde. Wenn allerdings Versicherungen Zahlungen verweigern würden, oder auch, wenn keine Absicherung besteht, nimmt die Gemeindeverwaltung Stahnsdorf Meldungen entgegen und leitet diese an das Innenministerium weiter. 

Wie berichtet war am 7. Februar eine Fliegerbombe englischer Herkunft auf einer Baustelle der Bonava im Nordosten des Ortes bei Bauarbeiten gefunden worden. Die zuständige Baufirma Bonava räumte Fehler bei den Bauarbeiten ein, wie berichtet hat ein Subunternehmer am Freitag noch nicht auf Bomben untersuchte Erde bewegt. Nachdem eine Entschärfung misslang, wurde die Bombe schließlich gesprengt.

Eine Munitionsfreigabe für die Fläche hatte es nicht gegeben. Vielmehr hatte die Bonava die Auflage, vor Erdarbeiten jeweils die zu bearbeitende Fläche untersuchen zu lassen. Der sei man zuvor auch nachgekommen, hieß es von der Bonava. Auch der Bauaufsicht lagen keine anderen Anzeichen vor, wie die aufsicht den PNN bestätigte. Sie war jedoch vor Baubeginn zuletzt auf der Baustelle. Wann dort der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, ist derzeit noch unklar. In der vergangenen Woche waren Sachverständige vor Ort, deren Gutachten zuletzt ausgewertet wurden. Wie die Bonava am Montag auf PNN-Anfrage mitteilte, werde man Ende der Woche mehr zum Zeitplan sagen können.
Durch die Explosion der Bombe war auch eine Werkstatt beschädigt worden. Wie die Gemeinde am Montag mitteilte, konnte dem Besitzer jedoch bereits am Montag nach der Explosion eine provisorische Werkstatt zur Verfügung gestellt werden. Die Gemeinde unterstütze Betroffene auch weiterhin, wenn sie etwa Räume zur Einlagerung ihres Besitzes brauchen.

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