Nach Angriffen in Werder (Havel) : CDU fordert mehr Polizei und Videoüberwachung

Jugendliche und junge Erwachsene haben an der Regattastrecke jüngst für Schlagzeilen mit Prügeleien und Vandalismus gesorgt. Jetzt soll härter durchgegriffen werden. 

Die Promenade an der Regattastrecke in Werder
Die Promenade an der Regattastrecke in WerderFoto: Andreas Klaer

Werder (Havel) - Mehr Polizeikontrollen und Videoüberwachung fordert die CDU in Werder (Havel). „Die Schlagzeilen der letzten Wochen zur Kriminalitätsentwicklung in unserer Stadt beschreiben eine Problemlage, die durch frühzeitige Ansprache und konsequentes, gemeinsames Handeln der Ordnungsbehörden gelöst werden muss", so der Ex-Bürgermeister Werner Große (CDU) in einer Pressemitteilung. Es könne nicht hingenommen werden, "wenn einige Wenige in unserer Stadt dafür sorgen, dass sich Anwohner und Gäste massiv eingeschränkt oder sogar bedrängt fühlen. Da kann und darf es keine Toleranz geben". 

Zwei schwere Angriffe vergangene Woche in der Uferstraße

Große spielt damit auf die jüngsten Vorfälle an. So ist es in der vergangenen Woche zu einer Prügelei unter Jugendlichen in der Uferstraße gekommen, bei dem Streit wurde ein 18-Jähriger so sehr verletzt, dass er in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Ein 17-Jähriger wurde wiederum von einem 19-Jährigen mit einem Schlagstock verletzt, lehnte eine Behandlung vor Ort aber ab. 

Nur wenige Tage zuvor ist ebenfalls in der Uferstraße ein 69-Jähriger von einem 28-Jährigen mit der Faust geschlagen worden, nachdem ihn der Mann aufforderte, nicht weiter an dem Regattahaus zu randalieren. Der 28-Jährige war wie berichtet zur Tatzeit mit weiteren 14 Personen unterwegs. Ein 16-Jähriger aus der Gruppe drohte dem Mann mit Pfefferspray und filmte den Angriff.

Zeugen, die den Streit beobachtet hatten, alarmierten die Polizei. Der Angreifer wehrte sich gegen die Festnahme und verletzte dabei einen Polizisten so sehr, dass er nicht mehr weiterarbeiten konnte. Zudem beleidigte und bedrohte er die Beamten. Ein dritter Täter leistete ebenfalls Widerstand bei seiner Festnahme, bei ihm stellte die Polizei zudem verbotene Schlaghandschuhe und Drogen sicher. 

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Das neue Start- und Zielrichterhauses an der Regattastrecke, dort will die CDU eine mobile Wache einrichten. 
Das neue Start- und Zielrichterhauses an der Regattastrecke, dort will die CDU eine mobile Wache einrichten. Foto: Andreas Klaer

Um den "konkreten Entwicklung unmissverständlich Einhalt zu gebieten" und "die Bürger und Gäste von Werder zu schützen", fordert die Werderaner CDU verstärkte Kontrollfahrten der Polizei vor allem in den Nachtstunden. Außerhalb dieser Zeiten soll es gemeinsame Kontrollen von Polizei und Ordnungsamt geben. Das Start- und Zielhaus an der Regattastrecke soll zudem über die Sommermonate als mobile Wache für Polizisten und Ordnungsamtmitarbeiter dienen. Verboten werden soll auch das Abspielen von Musik an der Regattastrecke. Entlang der Strecke sowie im Bereich des Plantagenplatzes will die CDU zudem eine Videoüberwachung beantragen. 

Videoüberwachung nur bei Kriminalitätsschwerpunkten

Große teilte mit, dass er sich dazu an das Innenmnisterium des Landes wenden wolle. CDU-Fraktionschef Hermann Bobka, dem zudem die Graffiti in der Stadt ein Dorn im Auge sind, sagte gegenüber den PNN, dass eine Anfrage der Stadtverwaltung für mehr Polizeistreifen zuvor negativ beschieden wurde. "Außerhalb von Brandenburg werden die Leute für sowas (Anm. der Redaktion: Graffiti) bestraft, nur hier nicht", sagte Bobka. Wie die Stadtverwaltung zu der Forderung der Werderaner CDU steht, blieb am Donnerstag offen, eine PNN-Anfrage dazu blieb unbeantwortet. 

Dass die Chancen auf eine Videoüberwachung in Werder wohl eher gering sind, machte der Sprecher des Brandenburger Innenministeriums deutlich: Denn bei videoüberwachten Bereichen  müsste es sich um einen sogenannten Kriminalitätsschwerpunkt handeln, erst dann sei laut dem brandenburgischen Polizeigesetz eine Videoüberwachung gerechtfertigt. 

Kriminalitätsschwerpunkte sind laut Ministeriumssprecher Andreas Carl Orte, an denen vergleichsweise gehäuft mit Straftaten gerechnet werden muss. Das Polizeipräsidium würde anhand von Lagebewertungen einschätzen, ob es sich um einen solchen Ort handelt. Über die Videoüberwachung würde dann das Innenministerium auf Vorschlag des Polizeipräsidenten entscheiden. 


+++ In einer früheren Version des Artikels wurde Werders 1. Beigeordneter Christian Große (CDU) versehentlich zitiert. Es handelt sich jedoch um seinen Vater, Werner Große. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen +++

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