Moderne Medizintechnik : Neues Innovationszentrum in Teltow

Auf dem Forschungscampus Teltow Seehof baut der Landkreis Büros und Labors für innovative Start-ups. In Teltow hofft man auf Ansiedlungen aus der ganzen Welt.

Grundsteinlegung für das "See:Lab"- Kompetenzzentrum für Biomaterialien in Teltow-Seehof.
Grundsteinlegung für das "See:Lab"- Kompetenzzentrum für Biomaterialien in Teltow-Seehof.Foto: Sebastian Gabsch PNN

Teltow - Ein Pflaster der Zukunft, autonome Roboter und Kunststoffe, die Leben retten: Was spektakulär klingt, könnte bald Realität werden. Und zwar, wenn aus der Grundlagenforschung der Institute des Forschungscampus Teltow Seehof neue Produkte hervorgehen. Um Start-ups und innovative Unternehmen nach Teltow zu locken, ist am Donnerstag der Grundstein für das neues Kompetenzzentrum „See:Lab“ gelegt worden. 

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Auf 2000 Quadratmetern sollen in dem Komplex an der Kantstraße in Teltow Seehof ab Anfang 2022 Büroräume und Labore für junge Wissenschaftler und Unternehmer entstehen. Geforscht und produziert werden soll dort vor allem im Bereich der Gesundheitstechnik und Soft-Robotik. Mit letzterem sind hochmoderne Roboter gemeint, die aus nachgiebigem Material hergestellt sind und Arbeiten in gefährlichen oder ungünstigen Umgebungen ermöglichen. 

So soll es aussehen, wenn es 2022 fertig gebaut ist. 
So soll es aussehen, wenn es 2022 fertig gebaut ist. Foto: Sebastian Gabsch PNN


Die Start-ups des Kompetenzzentrums sollen vor allem in engem Austausch mit dem auf dem Forschungscampus ansässigen Helmholtz-Zentrums Geesthacht stehen. „Wir haben derzeit mehrere Produktkandidaten, die auf den Markt könnten“, so der Leiter des Helmholtz-Instituts für Biomaterialforschung, Andreas Lendlein. 

Wie bereits mit dem Go:In in Golm will das Technologie- und Gründerzentrum des Landkreises (TGZ) jetzt auch Wissenschaft und Wirtschaft in Teltow Seehof verbinden. Dafür werden rund zehn Millionen Euro investiert, ein Teil der Kosten wird von Land und Bund gefördert. Schon seit Jahren wird über das Kompetenzzentrum in Teltow gesprochen, der Bedarf an Labor- und Büroräumen sei groß, so TGZ-Chef George Geveke. Auch internationale Gründerteams könnten sich ansiedeln, sagte Geveke. 

Nähe zu Berlin als Standortvorteil

Der Vorteil des neuen Standorts: er liegt nahe an Potsdam und Berlin. Kooperationen der jungen Unternehmen mit der Berliner Charité, der Freien Universität sowie der Bundesanstalt für Materialforschung sind laut Institutsleiter Lendlein möglich. Sein Institut werde sich auf dem Campus zudem weiter vergrößern, da das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung noch Ende des Jahres nach Wildau ziehen wird. 

Mit dem Ausbau in Seehof würde der Fokus der Helmholtz-Forscher neben modernster Medizintechnik auch auf der Forschung an Robotern von morgen liegen, so Lendlein. Der Forschungscampus Teltow wird damit dem Landkreis und der Stadt Potsdam bei ihrem Vorhaben, sich als Standort für Gesundheitswirtschaft zu profilieren, Vorschub leisten. 

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