Michendorf : Werbung für Versöhnung

Michendorfer plakatieren für Nagelkreuz-Aktion.

Gut geworben. Einige der Schüler, die mit Anne Voß die Aktion gestartet haben.
Gut geworben. Einige der Schüler, die mit Anne Voß die Aktion gestartet haben.Foto: eb

Michendorf - Die Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenig Brücken. Dieses Zitat von Isaac Newton steht seit dem gestrigen Donnerstag auf einem zwölf Meter breiten Plakat an der Michendorfer Eisenbahnbrücke. Am heute Freitag werden dazu 100 Plakate mit verschiedenen Zitaten, die für Versöhnung werben, auf der Potsdamer Straße in Michendorf und in Wildenbruch aufgehängt. Das ganze ist ein Projekt der Klasse 8d des Michendorfer Wolkenberg-Gymnasiums im Rahmen des Religionsunterrichtes.

„Wir haben von unserer Partnergemeinde in Pforzheim im Februar ein Wandernagelkreuz erhalten und wollen dessen Botschaft mit unserer Aktion an die Michendorfer weitergeben“, erklärt die 13-jährige Fiene Baselau, die mit 20 Mitschülern seit zwei Monaten an der Aktion gearbeitet hat. Die Nagelkreuz Gemeinde Pforzheim vergibt als Zeichen der Versöhnung nach der Zerstörung der Stadt durch einen alliierten Luftangriff im Februar 1945 jährlich ein Wandernagelkreuz. Da die Pforzheimer seit mehr als 50 Jahren Kontakte zur Michendorfer Kirchengemeinde haben, weilt das Kreuz derzeit in Michendorf. Die im britischen Coventry gegründete Nagelkreuz-Bewegung wirbt weltweit dafür, Wunden der Geschichte zu heilen und Vielfalt zu feiern.

„Wir haben im Unterricht erst geklärt, wie Konflikte entstehen und was das Nagelkreuz ist“, erklärt Lehrerin Anne Voß. Danach haben die Schüler etwa 200 Zitate zum Thema gesucht. Zehn davon wurden für Plakate ausgesucht, die die Schüler anschließend mit Hilfe der Mitarbeiter des Dirt-Shirt-Geschäfts in der Potsdamer Straße gestaltet haben. Den Spruch „Öffne zum Geben deine Hand, zum Nachgeben dein Herz und zum Vergeben deinen Verstand“ haben sie auf drei Plakate aufgeteilt, auf denen eine offene Hand, ein gehaltenes Herz und ein Gehirn mit Beinen dargestellt sind. „Wir hoffen, dass die Autofahrer besonders aufmerksam werden, wenn die drei Plakate hintereinander hängen“, so Fiene Baselau.

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