MAUERTote : Erschossen am 16. 12. 1966

Foto: privat

Karl-Heinz Kube wuchs im Teltower Ortsteil Ruhlsdorf auf. Seit April 1966 war er im VEB Industriewerk Ludwigsfelde als Elektrokarrenfahrer beschäftigt. Er liebte westliche Rockmusik und war politisch unangepasst. Bei der SED-Parteileitung seines Betriebs eckte er mit dieser Haltung an. Im drohte sogar die Einweisung in einen „Jugendwerkhof“.

Im Dezember 1966 fuhren der 17-Jährige und ein Freund mit einem Motorroller in das Grenzgebiet in Kleinmachnow. Dort gelang es ihnen, in den Todesstreifen vorzudringen. Als sie nur noch ein Zaun von West-Berlin trennte, wurden sie unter Beschuss genommen. Die beiden retteten sich in einen Graben, wo sie Deckung erhofften. Doch ein zweites Postenpaar eröffnete Dauerfeuer auf die Flüchtlinge.

Während der Freund unverletzt festgenommen wurde, wurde Karl-Heinz Kube von zwei Kugeln tödlich in Kopf und Brust getroffen. Den Eltern verschwieg man die Umstände seines Todes. Die Staatssicherheit verwehrte ihnen, ihren Sohn noch einmal zu sehen – auf dem Postweg erhielten sie die Urne mit seiner Asche. Als seine Freunde im Jugendklubhaus ein Bild des Toten aufhängen und geschlossen an seiner Beisetzung teilnehmen wollten, ging die Stasi massiv dagegen vor.

Eine Stele am Teltowkanal erinnert an Karl-Heinz Kubes Tod.

An dieser Stelle erinnern wir bis zum 13. August an Opfer der Berliner Mauer. Quelle: Maria Nooke / Hans-Hermann Hertle: Die Todesopfer am Aussenring der Berliner Mauer 1961 - 1989.